Dichterin Milena Marković (l.) und Übersetzerin Mirjana Wittmann (r.) mit der Bürgermeisterin Maria Winkel (Foto: Stadt Münster / Yannic Werremeier)

Die Stadt Münster hat am Sonntag, dem 5. Juli ihren Preis für Internationale Poesie an die serbische Dichterin Milena Marković sowie an das Übersetzerpaar Mirjana und ihren Ehemann Klaus Wittmann verliehen.

Marković erhielt den Preis im Erbdrostenhof von Bürgermeisterin Maria Winkel für ihren siebten und in deutscher Übersetzung zweiten Gedichtband Kinder, der sich laut Jury durch „ein besonderes, formal wie inhaltlich kraftvolles Kompositionsprinzip auszeichnet“. Die Übersetzerin Mirjana Wittmann nahm die Auszeichnung auch für ihren Ehemann Klaus Wittmann (1937-2023) entgegen, dem der Preis posthum zuerkannt wurde.

Mirjana Wittmann, 1938 in Sarajevo geboren, wuchs in Belgrad auf und studierte an der Universität Heidelberg. Sie lebt in Bonn und arbeitet als literarische Übersetzerin, die aus dem Serbischen, Kroatischen und Bosnischen ins Deutsche überträgt. Wittmann hat zahlreiche Werke zeitgenössischer Autorinnen und Autoren aus Südosteuropa ins Deutsche übertragen. Viele ihrer Übertragungen veröffentlichte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann. Klaus Wittmann setzte sich über Jahrzehnte hinweg für die Vermittlung südosteuropäischer Literatur ein und prägte den literarischen Austausch zwischen dem ehemaligen Jugoslawien und dem deutschsprachigen Raum. 2011 erhielten sie den Paul-Celan-Preis für ihr gemeinsames Lebenswerk.

Der Preis würdigt Dichtung und Übersetzung gleichwertig – die Preissumme von 15.500 Euro geht zu gleichen Teilen an Marković und Wittmann. Die Stadt Münster vergibt den Poesiepreis alle zwei Jahre für einen international rezipierten Gedichtband und dessen eigenständige Übersetzung. Unter den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich bedeutende lyrische und übersetzende Stimmen von internationalem Rang, wie etwa Inger Christensen, Peter Urban und Nobelpreisträger Jon Fosse. Zuletzt wurden 2024 die US-amerikanische Dichterin Diane Seuss und ihr deutscher Übersetzer Franz Hofner ausgezeichnet.

Weitere Informationen zu den diesjährigen Preisträger*innen und der Begründung der Jury sind auf der Seite des Lyriktreffens nachzulesen.

Der VdÜ gratuliert ganz herzlich!

(7.7.2026)