Wir trauern um: Christa Sibylle Keutmann-Wohlthat
Christa Sibylle Keutmann-Wohlthat und Urs Wohlthat (Foto: Urs Wohlthat)
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg:innen meiner Mutter,
leider muss ich Ihnen und Euch mitteilen, dass meine Mutter Christa Sibylle Keutmann-Wohlthat bereits am 15. Februar 2025 verstorben ist.
Meine Mutter hat ihr ganzes Erwerbsleben seit Ende der 1960er Jahre und bis kurz vor ihrem Tode als Übersetzerin gearbeitet. Nach einer klassischen Ausbildung zur Übersetzerin und Dolmetscherin in Köln hat sie zunächst in den Pharma- und Medizinbranchen gearbeitet und dann ab Ende der 1980er Jahre zunehmend auch in der Belletristik, der Reiseliteratur und in der Übersetzung von Literatur rund um den „Oikos“: Kochen, Garten, Dekoration etc. Die Arbeit wurde seit Jahrzehnten, wie Ihr sicher alle wisst, mühsamer: Mehr Konkurrenz, auch digital, Preisdruck und die allgegenwärtige Inflation haben auch meiner Mutter zu schaffen gemacht.
Nichtsdestotrotz hat sie es geschafft, sich auch noch alleinerziehend um mich zu kümmern und uns, und im Laufe der Jahrzehnte etwa einem Dutzend Hunde und Katzen, ein liebevolles Heim zu bieten. Von ihren Enkelinnen und auch den über die Jahre langsam weniger werdenden Freundinnen hatte sie oft zu wenig, wenn Arbeit, Krankheit oder zuletzt die Pandemie ihre Kontaktmöglichkeiten einschränkten. Die Welt erschien ihr dann oft zu klein und zu grau, wenn sie arbeiten musste, statt ihre Lieben genießen zu können.
Für mein eigenes Leben nehme ich daher mit, eine bessere Work-Life-Balance finden zu wollen. Das Thema kennt Ihr sicher alle, die Umsetzung ist trotzdem schwer, wenn es von allen Seiten an einem zieht. Ich wünsche Euch allen darum, dass Euch die Balance gelingt, Mut und Kraft das Leben der Arbeit im Zweifel vorziehen zu können, und dass Ihr stets die rechten Worte in Eurer Kunst findet. Denn auch wenn es heute anders wirken mag, so ist doch nur der Mensch der Menschen Sprachen kundig und vermag ihren Gehalt zu erfassen.
Herzliche Grüße
Euer Urs Wohlthat
(29.5.2026)