Fotos des Preisträgers Olaf Kühl

Olaf Kühl (Foto: Lila Karbowska)

Der Karl-Dedecius-Preis, der seit 2003 verliehen wird, erfährt mit seiner 12. Auflage eine konzeptionelle Neuausrichtung und wird nun für die beste Übersetzung eines in den letzten zwei Jahren erschienenen Buches vergeben.

Den Preis für die beste Übersetzung aus dem Polnischen ins Deutsche erhält in diesem Jahr Olaf Kühl für die Übersetzung von Szczepan Twardochs Roman Die Nulllinie. Roman aus dem Krieg.
Der Roman erzählt den gegenwärtigen Krieg in Europa in bestechender Authentizität und mit epischer Wucht. Szczepan Twardoch beschönigt in seinem Roman die Frontsituation im Donbas in keiner Weise, er verwendet eine derbe Soldatensprache, ein Polnisch, das teilweise mit ukrainischen, englischen und russischen Einwürfen durchsetzt ist. Laut Jury behandelt Olaf Kühl die sprachliche und stilistische Ebene meisterhaft und gibt die besondere Atmosphäre, die Spannung, die in den Schützengräben, aber auch zwischen den Worten des Erzählers liegt, souverän wieder. Die Nulllinie ist das sechste Buch von Twardoch in der Übersetzung von Olaf Kühl, der darüber hinaus u.a. Werke von Dorota Masłowska, Andrzej Stasiuk und Witold Gombrowicz übersetzt hat.
Die Preisverleihung an Olaf Kühl findet am 19. Juni 2026 um 19 Uhr im Theater Mollerhaus in Darmstadt statt.

Der Preis für die beste Übersetzung aus dem Deutschen ins Polnische geht 2026 an Eliza Borg für die Übersetzung des Romans Kairos von Jenny Erpenbeck.
Erpenbecks Roman, der in den letzten Jahren der DDR spielt, erzählt vom Zerfall von Macht, Liebe und eines allmächtigen Staates. Eliza Borgs Übersetzung folgt der kunstvollen Sprache und Stilistik der Autorin in besonders überzeugender Weise, so die Jury. Kairos ist das fünfte Buch der Autorin in Eliza Borgs Übersetzung.
Die Preisverleihung an Eliza Borg findet am 1. Juli 2026 in der Villa Decius in Krakau statt.

Wir gratulieren!

Weitere Informationen über den Preis sowie die vollständige Pressemitteilung findet man unter diesem Link.

Der Karl-Dedecius-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Deutschen Polen-Institut Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Villa Decius in Krakau verliehen. Förderer des Preises ist die Sparkasse Darmstadt und Dieburg. Weitere Partner sind das Europäische Übersetzerkolleg Straelen und die Karl-Dedecius-Stiftung in Frankfurt (Oder).

(28.5.2026)