Jan Schönherr (Foto: privat)

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt seit 2009 jährlich ein Arbeitsstipendium für ein Übersetzungsvorhaben, um die bedeutende kulturelle Leistung der literarischen Übersetzer*innen zu würdigen. Es ist mit 10.000 Euro dotiert. Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag einer Jury, die die eingereichten Eigenbewerbungen prüft.

„Mit seiner Übertragung von Julienne, dem jüngsten Roman der ruandischen Autorin Scholastique Mukasonga, in dem sie sich anhand der Lebensgeschichte der titelgebenden Julienne wiederum dem Thema der Verfolgung der Tutsi in ihrem Heimatland widmet, zeigt sich Jan Schönherr als äußerst sensibler und genauer Übersetzer, der dem ganz eigenen, zuweilen archaischen, hohen Ton des französischsprachigen Originals gerecht wird. Seiner Version ist große Empathie anzumerken, gleichzeitig arbeitet er durchgehend mit den Mitteln der deutschen Sprache, um eine dem Original entsprechende Wirkung zu erzielen. Damit bringt er uns eine fremde, räumlich wie zeitlich fern anmutende Welt unerwartet nah und schickt uns auf eine literarische Reise von Ruanda über Burundi und Zaire/Kongo bis nach Belgien.“

Jan Schönherr erhält das Arbeitsstipendium bereits zum zweiten Mal. Er wurde 1979 in Weingarten geboren und lebt in München, wo er Literatur und Sachtexte aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Rumänischen übersetzt. Der mehrfach ausgezeichnete Übersetzer ist Mitorganisator der VdÜ-Jahrestagung und Zweiter Vorsitzender des Münchner Übersetzer-Forums. Er hat u. a. Werke von NoViolet Bulawayo, Jack Kerouac und Chimamanda Ngozi Adichie übersetzt. Der Roman Julienne soll in seiner deutschen Übersetzung noch in diesem Jahr im Claassen Verlag erscheinen. 

Die Verleihung des Arbeitsstipendiums findet am 20. Juli 2026 im Literaturhaus München statt. Abgerundet wird die Ehrung durch eine Lesung und ein Werkstattgespräch zwischen Jan Schönherr und der Übersetzerin und dem Jurymitglied Andrea O’Brien über das ausgezeichnete Übersetzungsvorhaben. Im Anschluss lädt Kunstminister Blume zum Empfang. Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Münchner Übersetzerforum und dem Literaturhaus München.

Weitere Informationen sind in der Pressemitteilung nachzulesen.

(2.6.2026)