In unserer Presseschau sammeln wir Medienberichte, Beiträge und Interviews, die sich Übersetzer*innen und dem literarischen Übersetzen widmen, sowie Rezensionen, die sich ausführlicher mit stilistischen oder vergleichenden Aspekten der Übersetzung befassen. Einzelne Artikel sind nur gegen Entgelt nachzulesen. Wir weisen in diesen Fällen gesondert darauf hin. Alle anderen verlinkten Artikel waren zum Zeitpunkt der Recherche kostenfrei im Volltext zugänglich. Sollte sich dies in Einzelfällen geändert haben oder ein relevanter Beitrag hier nicht aufgeführt sein, freuen wir uns über Hinweise an Enable JavaScript to view protected content..

Abgesehen von den hier ausgewählten Artikeln, lohnt es sich außerdem, immer mal wieder einen Blick auf die Plattform TraLaLit zu werfen, die sich ausschließlich mit übersetzter Literatur befasst.

Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

Übersetzer*innen über ihre Arbeit: Essays und Blogbeiträge

Ältere Medienlinks


Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Stand 31.07.2020

In Zeiten von Corona unterstützt die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters die Bundeskulturfonds mit insgesamt 50 Millionen Euro. Der Deutsche Übersetzerfonds e.V. erhält davon 5 Millionen Euro, die Übersetzer*innen aller Genres und Sprachen in Form von Stipendien zugutekommen (Börsenblatt, 10.07.2020).

Am 28.06.2020 geht es in einer Unterhaltung zwischen Anja Brockert vom SWR2 Lesenswert Magazin und Karen Nölle, der Präsidentin des Freundeskreises zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen, um den neuen Rebekka-Übersetzungspreis (ab ca. Minute 12, hier nachzuhören). Der mit 5.000 Euro dotierte Preis soll 2021 erstmalig im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen werden und Übersetzer*innen mit einem umfassenden Gesamtwerk auszeichnen, die bei der Verleihung hochliterarischer Preise bisher weniger oder noch nicht berücksichtigt wurden.

Auch Lesungen, die derzeit aufgrund der Corona-Maßnahmen häufig im Netz stattfinden, müssen vergütet werden. Dafür plädiert die Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Lena Falkenhagen (Artikel im Börsenblatt vom 12.04.2020).

Die BücherFrauen, unter ihnen auch viele Übersetzerinnen, gibt es nun seit 30 Jahren. Im Börsenblatt (28.02.2020) berichten sieben von ihnen über die Vorteile des inzwischen 900 Mitglieder umfassenden Netzwerks.

Am 12.02.2020 veröffentlichte das Börsenblatt die kritische Stellungnahme des VdÜ zum Diskussionsentwurf des BMJV vom Januar 2020 zur Umsetzung der EU-Richtlinie Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt.

In einem Beitrag vom 08.02.2020 in der FAZ bricht Marie Luise Knott, Vorstandsmitglied des Deutschen Übersetzerfonds, eine Lanze für die Archivierung von Nachlässen aller Sprachkünstler*innen. Am Beispiel Peter Urbans zeigt sie auf, wie Übersetzer*innen die Kultur und Sprachkunst ihrer Zeit prägen.

„Sollte der Name der Übersetzerin, des Übersetzers besser sichtbar sein?“, „Stellt eine Honorierung pro Seite eine ausreichende Vergütung sicher?“ und „Wie werden Übersetzer*innen am Absatz und an weiteren Nutzungen der Texte beteiligt?“ Diese Fragen beantworten die Übersetzer*innen Frank Heibert und Eva Schweikart sowie die Verlegerinnen Doris Janhsen, Britta Jürgs und Sabine Dörlemann im ersten Teil einer Umfrage, die am 09.01.2020 im Börsenblatt erschien. Im zweiten Teil der Umfrage vom 10.01.2020 äußern sich dazu auch Verlegerin Margitt Lehbert, die Übersetzer*innen Larissa Bender, Hinrich Schmidt-Henkel und Gabriele Haefs, Autorin und Übersetzerin Terézia Mora sowie Literaturagentin und Übersetzerin Karin Graf.


Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Stand 31.07.2020

Wie politisch korrekt sind Übersetzungen? Wie politisch korrekt sollen, dürfen oder können sie sein? In einer Folge Übersetzerfunkturm auf SoundCloud findet sich eine Diskussion zu diesem Thema, aufgezeichnet auf der Frankfurter Buchmesse 2019, in der Miriam Mandelkow, Andreas Nohl, Mithu M. Sanyal und Ingo Herzke sich diesen und anderen Fragen stellen. Der Beitrag ist hier nachzuhören.

Das Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern ist erstmals mit 7.000 Euro dotiert und geht dieses Jahr an Silke Kleemann, für die Übersetzung von Katixa Agirres Die lustlosen Touristen (Edition Converso, 2021). Laut Kunstminister Bernd Sibler gieße sie „das spanische Original kunstvoll ins Deutsche“. In einem Video auf literaturportal-bayern.de vom 29.07.2020 stellt Silke Kleemann in einem Interview mit Michaela Meßner den Roman vor und erklärt, wie sie dazu kam, aus dem Spanischen zu übersetzen.

Michaela Prinzinger fasste anfangs als Übersetzerin der Nischensprache Griechisch nur schwer Fuß in der Branche. 2001 konnte sie auf der Frankfurter Buchmesse jedoch den Suhrkamp Verlag von einem Roman von Rhea Galanakis überzeugen, den sie daraufhin unter dem deutschen Titel Das Leben des Ismail Ferik Pascha übersetzte. Seitdem lesen viele Fans vor allem auch ihre Übersetzungen der Krimiromane von Petros Markaris. Ein Porträt der Übersetzerin aus der Griechenland Zeitung vom 29.07.2020 ist inzwischen auf meinbezirk.at nachzulesen.

Der Übersetzer und Lektor Enrico Ganni, der sich stets für die deutsche Literatur in Italien eingesetzt hat, verstarb am 17. Juli 2020 im Alter von 70 Jahren. Michael Krüger hat einen Nachruf verfasst, am 24.07.2020 erschienen im Börsenblatt.

Im März 2020 ist John Grishams neues Werk Die Wächter bei Heyne erschienen. Zusammen mit ihren zwei Kolleginnen Kristiana Dorn-Ruhl und Bea Reiter war auch diesmal die Stammübersetzerin Imke Walsh-Araya für die deutsche Fassung zuständig. In einem Artikel vom 14.07.2020 informieren Gerda und Peter Gebel im Merkur über ihren Karrierestart, ihre Arbeit im Allgemeinen sowie ihre Vorgehensweise bei derartigen Projekten.

In einem Interview vom 10.07.2020 mit Rudolf Stumberger aus der ver.di-Redaktion kunst + kultur berichtet Jo Lendle, Verleger des Carl Hanser Verlags, wie Corona sich auf die Buchbranche auswirkt, was das Virus mit der Literatur macht und welche Folgen der Wegfall der Buchmessen haben kann. Auch die Gemeinsamen Vergütungsregeln und die Ausschüttungen an Übersetzer*innen sind Thema.

Bisher hatte in den USA niemand großes Interesse an Asterix. Das will der auf Graphic Novels spezialisierte Verlag Papercutz jetzt ändern und bringt die Asterix-Bücher diesen Sommer in neuer englischer Übersetzung heraus. Die Neuübersetzungen von Joe Johnson sollen laut Mark Kennedy nun „straffer und leichter zugänglich“ sein als die bereits bestehenden Übertragungen (Saarbrücker Zeitung, 10.07.2020).

Lisa Grüneisen übersetzt unter anderem spanische Autoren wie Ildefonso Falcones, Carlos Fuentes und Carlos Ruiz Zafón, der im Juni dieses Jahres mit 55 Jahren verstorben ist. Im Gespräch mit Andreas Feichtner vom 08.07.2020 im Volksfreund erzählt sie, wie sie zum Übersetzen gekommen ist und wie herausfordernd es ist, die Wortgewalt Zafóns ansprechend ins Deutsche zu bringen.

Der mit 50.000 Euro dotierte Georg-Büchner-Preis ging dieses Jahr an die Lyrikerin und Übersetzerin Elke Erb. Die 82-Jährige wurde für ihr „unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk“ ausgezeichnet. In einem Artikel der taz vom 07.07.2020 wird ihr Leben und Schaffen noch einmal beleuchtet.

Zum 95. Geburtstag von Philippe Jaccottet veröffentlichte die regionale Zeitung Südostschweiz am 30.06.2020 einen Artikel über den Schweizer und seine beeindruckend vielfältige Arbeit. Er ist Lyriker, Essayist, und hat unter anderem Autoren wie Homer, Rainer Maria Rilke und Robert Musil übersetzt.

Am 19. Juni 2020 verstarb Dieter E. Zimmer, Nabokov-Übersetzer und -Spezialist und laut Süddeutscher Zeitung der letzte Universalfeuilletonist, im Alter von 85 Jahren in Berlin. Nachrufe veröffentlichten unter anderem Die Zeit (29.06.2020) und der Tagesspiegel (Markus Ehrenberg, 29.06.2020).

In einem Interview mit der Förderpreisträgerin des Deutsch-Italienischen Übersetzerpreises Carola Köhler bei rbbKultur am 26.06.2020 dreht sich alles um Comicübersetzungen. Die Übersetzerin und Lektorin erhielt den Preis für die Werke Kobane Calling von Zerocalcare und Die Tage der Amsel von Manuele Fior, beide im Avant Verlag erschienen.

Zum 5. Todestag Harry Rowohlts malt Thomas Wenzel ein Mini-Porträt des Branchen-Brummbärs und Übersetzers von Pu der Bär (WDR 3 Mosaik am 15.06.2020).

Die WDR 2 Sonntagsfragen vom 14.06.2020 sind an die Schriftstellerin und Übersetzerin Isabel Bogdan gerichtet. In dem Interview unterhält sich Gisela Steinauer mit ihr über ihre drei bisher erschienenen Bücher Sachen machen (Rowohlt), Der Pfau und Laufen (beide Kiepenheuer und Witsch), über ihren Alltag in Corona-Zeiten und ihre Übersetzungen der Werke Jane Gardams.

Die Orientalistin Claudia Ott arbeitet derzeit an einer Fortsetzung des von ihr übersetzten ersten Bands Tausendundeine Nacht (C.H. Beck). In einem Interview mit Tilman Spreckelsen (Frankfurter Allgemeine, 09.06.2020) zu allen drei von ihr übertragenen Werken bezeichnet sie diesen zweiten Band als „besonders spannend, leidenschaftlich, aber auch besonders abgründig“.

Mit Wünschen für die Literaturbranche bis hin zu Wünschen für den Umgang mit geschlechtergerechter Sprache teilt Patricia Klobusiczky Träume und Erfahrungen aus dem Übersetzungsbetrieb in einem Interview auf looren.net vom 18.05.2020, geführt von Gabriela Stöckli.

In der Rolling Sushi Podcast Folge 77 vom 29.05.2020 zum Thema „Wie entstehen eigentlich Übersetzungen von Manga und Anime“ unterhalten sich Miki und Anne mit Dr. Verena Maser unter anderem über ihren Arbeitsalltag, das Übersetzen japanischer Populärkultur und die allgemeinen Abläufe hinter den Kulissen. Das Gespräch ist auf sumikai.com zu hören.

Unter der Schlagzeile „Übersetzen im Akkord“ interviewt Jenni Gärtner am 24.05.2020 für den Deutschlandfunk die Literaturübersetzerin Sylke Hachmeister, die gemeinsam mit Peter Klöss das 680-seitige Prequel Das Lied von Vogel und Schlange der Jugendbuchreihe Die Tribute von Panem ins Deutsche übertragen hat – und das in nur zwei Monaten.

An einem Bücherkiosk am Flughafen Helsinki-Vantaa in Finnland entdeckte der Verleger Beat Hüppin eine Mafiageschichte von Mikko-Pekka Heikkinen, von der er sofort begeistert war. Inzwischen hat er sie selbst übersetzt und im Antium-Verlag unter dem Titel Rentiermafia herausgebracht. Ein kurzes Gespräch mit Autor und Übersetzer bzw. Verleger findet sich im Magazin Buchmarkt vom 15.05.2020.

Die NDR-Sendung „Sonntagsstudio“ vom 10.05.2020 dreht sich um die stille Kunst des Übersetzens. Alexander Solloch stellt die Arbeit von Pieke Biermann und Rose Labourie in einem etwa anderthalbstündigen Beitrag vor.

In einem Gespräch auf Deutschlandfunk Kultur vom 07.05.2020, geführt von Gesa Ufer, geht es vor allem um die Musikalität der Sprache in den Werken James Baldwins. Miriam Mandelkow wurde 2020 für die Übertragung Von dieser Welt (dtv) mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis ausgezeichnet und berichtet unter anderem auch von ihrem eigenen Umgang mit dem N-Wort.

„Übersetzer sind die beste Bezugsgruppe, die beste Reisegruppe, die besten Tischnachbarn, die man sich vorstellen kann“ – so äußert sich Judith Holofernes über den Beruf ihrer Mutter Cornelia Holfelder-von der Tann in einer Folge „Salon Holofernes“ vom 21.04.2020 auf YouTube.

„Es besteht ein eklatantes Missverhältnis zwischen der Leistung und den Honoraren“, bewertet Gabriele Leupold die aktuelle Lage der Literaturübersetzer in einem Interview mit Thomas Urban. Das Gespräch ist am 02.04.2020 in der Süddeutschen Zeitung erschienen und hier nachzulesen.

Eva Hesse war vor allem bekannt für die Übersetzungen der Werke Ezra Pounds und erhielt für das Monumentalwerk Die Cantos (Arche Verlag), das sonst in keiner anderen Sprache vollständig erschienen ist, im Jahr 2013 den Preis der Leipziger Buchmesse. Sie verstarb am 30.03.2020 im Alter von 95 Jahren in München. Hannes Hintermeier verfasste einen Nachruf für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (31.03.2020).

Pieke Biermann erhielt den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse für die Übersetzung Oreo von Fran Ross (dtv, 2019). „Eine solch schrill-schöne Vielgestalt auf so engem Raum“ habe man selten gesehen, lautet die Begründung der Jury (Presseportal, 12.03.2020). Einen Blick hinter die Kulissen wirft Marie Schmidt und veröffentlicht noch am selben Tag ein Porträt der Übersetzerin in der Süddeutschen. Pieke Biermann selbst hält Oreo für „saukomisch, sauklug und schwer zu übersetzen“ (Gespräch mit Joachim Scholl auf Deutschlandfunk Kultur, 12.03.2020, und Gespräch mit Dorothea Westphal, 27.03.2020).

„Der deutsche Büchermarkt ist, was arabische Literatur betrifft, eine Wüste, verglichen mit dem angelsächsischen Sprachraum“, berichtet Hartmut Fähndrich in einem Interview mit Maja Petzold auf seniorweb (Gespräch vom 12.03.2020).

Traduki ermöglichte bisher rund 1000 Übersetzungen aus den südosteuropäischen Sprachen ins Deutsche. Anat Kalman stellt das Fördernetzwerk in seinem Beitrag vom 06.03.2020 bei Deutschlandfunk Kultur vor.

Die gebürtige Litauerin Arna Aley bekleidet im ersten Quartal 2020 das Amt des Translator in Residence im Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen. Die Liebe zur Kultur, sowohl zur Musik als auch zur Literatur, habe sich bei ihr allein schon wegen des Kulturinteresses ihrer Mutter auf natürlichem Wege entwickelt, erzählt sie Yvonne Theunissen von der Rheinischen Post. Der Beitrag vom 15.02.2020 ist hier nachzulesen.

Bei den Krimis, die Else Laudan für Ariadne auswählt, kommt es ihr vor allem auf den Inhalt und die Blickwinkel an, aus denen die Geschichten erzählt werden. Um anschließend qualitativ hochwertige Bücher auf den Markt zu bringen, ist für sie eine gute Übersetzung und ein sorgfältiges Lektorat unabkömmlich. Das Gespräch mit Sylvia Staude, am 14.02.2020 in der Frankfurter Rundschau erschienen, gibt es hier zu lesen.

Rose Steinmark veröffentlichte am 11.02.2020 in der Deutschen Allgemeinen Zeitung ein Porträt des deutschen Autors und Übersetzers Wendelin Mangold, der vor allem für die Übertragung der Werke Elena Seiferts aus dem Russischen bekannt ist.

Marion Graf erhielt dieses Jahr für ihre Übersetzungen ins Französische den Spezialpreis Übersetzung des schweizerischen Bundesamtes für Kultur. Alfred Wüger stellt die vielseitige Übersetzerin am 02.02.2020 im Tagblatt vor.

In einem Gespräch mit Miriam Zeh vom 31.01.2020 im Deutschlandfunk über das Werk Die roten Stellen. Autobiographie eines Prozesses von Maggie Nelson (Hanser) wundert sich Jan Wilm über die unzureichende Rezeption essayistischer Texte von Frauen in Deutschland und erklärt, warum er sich beim englischen Begriff „murder mind“ für das deutsche „Mordgemüt“ entschieden hat.

In einem Interview mit Anita Djafari, der Geschäftsleiterin von Litprom, berichtet Luis Ruby anhand des Romans Duell von Eduardo Halfon (Hanser), ob und wie man sich in einen Text hineinversetzt, vergleicht die Arbeit des Übersetzers mit der des Musikers und betont, dass eine Übersetzung nicht nur die Leistung eines Einzelnen darstellt. Das Gespräch ist hier nachzuhören.

Der Übersetzer Wolfgang J. Fuchs verstarb am 20.01.2020 im Alter von 74 Jahren und hinterlässt eine große Lücke in der deutschen Comic-Szene. Nachrufe veröffentlichte der Tagesspiegel (Martin Jurgeit am 21.01.2020) und die Süddeutsche Zeitung (Sabine Buchwald am 23.01.2020).

Vor ungefähr 450 Jahren schrieb die französische Feministin Louise Labé einen Gedichtzyklus, den Monika Fahrenbach nun erneut ins Deutsche übertragen hat und der 2019 unter dem Titel Torheit und Liebe beim Secession Verlag erschienen ist. Messen musste sie sich dabei mit ihrem Vorgänger Rainer Maria Rilke, der die Lyrik Labés allerdings seinen eigenen Vorstellungen untergeordnet habe, wie sie in einem Gespräch mit Frank Meyer vom Deutschlandfunk am 17.01.2020 berichtet.

Das Wort „Kraftakt“ beschreibt wohl am ehesten die übersetzerische Leistung Simon Werles, der zusätzlich zu „Les Fleurs du Mal“, wofür er 2017 den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis erhielt, im vergangenen Jahr auch „Spleen de Paris“ von Charles Baudelaire ins Deutsche übertrug. Antje Weber stellt den Menschen hinter diesem Werk vor (Süddeutsche, 12.01.2020).


Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

Stand 31.07.2020

Die Neuübersetzung Aufzeichnungen aus einem toten Haus (Fjodor M. Dostojewski) von Barbara Conrad, veröffentlicht bei Hanser, findet auf mehreren Kanälen begeisterten Anklang. Ihr sei die Übertragung sehr gut gelungen, sie habe den Text bewusst nicht geglättet, meint Jan Kuhlbrodt am 30.07.2020 auf piqd.de. Für Brigitte van Kann vom Deutschlandfunk sei Conrads Übersetzung ab jetzt ihre liebste (30.07.2020).

Das von Frank Heibert neu übersetzte Zazie in der Metro von Raymond Queneau aus dem Jahr 1959, das 2019 bei Suhrkamp erschien, wurde von Nora Eckert auf literaturkritik.de einem Vergleich mit der Übertragung Eugen Helmlés von 1960 unterzogen. Die Geschichte sei voller Wortwitze, Zweideutigkeiten und Sprachspiele, für Übersetzer also eine echte Herausforderung, so die Rezensentin (15.07.2020).

Als ein „kurzweilige[s] Lesevergnügen“ bewertet Nicole Karczmarzyk die Lektüre des Romans Die Hosen der Toten (Heyne), Finale der Trainspotting-Serie von Irvine Welsh. Zu verdanken sei das nicht zuletzt der Übersetzung von Stephan Glietsch, der das schottische Englisch mit „viel Kreativität und Einfühlungsvermögen“ übertragen habe. Der Beitrag vom 07.07.2020, erschienen auf literaturkritik.de, ist hier nachzulesen.

Die kreativen Sprachschöpfungen und lautmalerischen Bilder des haitianischen Autors James Noël übersetzte Rike Bolte in dem Roman Was für ein Wunder (litradukt) laut Rezensentin Andrea Pollmeier kongenial aus dem Französischen ins Deutsche. 2020 erhielt das Werk den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt (Rezension vom 25.06.2020 in der Frankfurter Rundschau).

Miriam Mandelkow erhielt am 20. Juni 2020 den 22. Helmut-M.-Braem Übersetzerpreis für ihre Übertragungen der Werke James Baldwins, vor allem aber für seinen Debütroman Von dieser Welt (dtv). Die Laudatio von Tobias Rüther und die Dankesrede von Miriam Mandelkow sind auf der Website des Freundeskreises zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V. nachzulesen.

In der Reihe „Poesie der Nachbarn“, zu der Hans Thill jährlich Übersetzer*innen ins Künstlerhaus Edenkoben einlädt, erschien 2020 schottische Lyrik unter dem Titel Unter der dünnen Mondsichel: Gedichte aus Schottland (Das Wunderhorn). Die Übersetzer*innen Paul-Henri Campbell, Daniela Danz, Sina Klein, Uwe Kolbe, Tobias Roth und Lea Schneider übertrugen, teilweise in mehreren Versionen, die Gedichte der Poet*innen Claire Askew, Meg Bateman, Cheryl Follon, Iain Galbraith, Peter Manson und Peter Mackay ins Deutsche. Abwechslungsreichtum spricht Nico Bleutge am 10.06.2020 in einer Rezension bei Deutschlandfunk Kultur sowohl den schottischen Originalen als auch den deutschen Übertragungen zu.

In diesem Jahr geht der Internationale Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt (HKW) an alle Autor*innen und Übersetzer*innen der sechs Titel auf der Shortlist, wie Sabine Rohlf in ihrem Beitrag für die Berliner Zeitung am 04.06.2020 berichtet. Und da besondere Umstände besondere Formate erfordern, fand die Preisverleihung diesmal nicht unter freiem Himmel statt, sondern in der Sendung Lesart des Radiosenders Deutschlandfunk Kultur, hier nachzuhören.

Ulrich Sonnenberg sei es „bravourös gelungen“ Johannes Vilhelm Jensens Sprache ins Deutsche zu übertragen, so Jochen Schimmang in einer Rezension vom 04.06.2020 in der Frankfurter Allgemeinen. Die Himmerlandsgeschichten, erschienen im Guggolz Verlag, bilden die Region im nördlichen Jütland aus der geschärften Perspektive des von dort stammenden Autors ab.

In diesem Jahr erhält die Lateinamerika-Spezialistin Erna Pfeiffer für ihre Übersetzungen, in denen sie sich nur eingeschränkt an europäische Erzähltraditionen hält, den Europäischen Toleranzpreis 2020 für Demokratie und Menschenrechte des Österreichischen PEN-Club. Die Preisverleihung fand am 29.05.2020 statt und wurde in diesem Artikel zusammengefasst.

Die Sprache des Autors Ocean Vuong im Werk Nachthimmel mit Austrittswunden beschreibt die Rezensentin Dorothea Dieckmann als „zugleich üppig und diszipliniert in ihren starken Bildern und Metamorphosen“. In ihrer Rezension vom 26.05.2020 im Deutschlandfunk spricht sie auch von der deutschen Übersetzung, angefertigt von Anne-Kristin Mittag, die dem Originalwerk das Wasser nicht reichen könne.

Sämtliche Übertragungen des tschechischen Versepos Máj von Karel Hynek Mácha würden dem Original klanglich nicht gerecht, kritisiert Jonathan Böhm in einem Beitrag vom 26.05.2020 im SWR. Erst Ondøej Cikán sei es nun gelungen, das Werk mit all seinen Nuancen aus dem Tschechischen ins Deutsche zu übersetzen. Der gleichen Meinung ist auch Michael Stavarič in seinem Beitrag im Standard vom 24.05.2020. Das Werk ist 2020 unter dem Titel Mai im Ketos-Verlag erschienen.

Kurt Scharf, Übersetzer aus dem Persischen, Spanischen und Portugiesischen, hat sich an die zeitgenössische Lyrik von 32 iranischen Dichtern gewagt und sagt dazu im Anschluss: „Im Augenblick sitze ich an der Übersetzung eines brasilianischen Romans und finde das eine sehr erholsame Tätigkeit.“ Marian Brehmer rezensiert die Anthologie Halt aus in der Nacht bis zum Wein: Eine Auswahl der schönsten persischen Gedichte des 20. Jahrhunderts (Sujet-Verlag) am 23.05.2020 auf qantara.de.

Das bisher im Schatten des Klassikers Dracula stehende Werk The Watter’s Mou von Bram Stoker liegt seit diesem Jahr in einer Neuübersetzung von Alexander Pechmann vor, erschienen im Mare Verlag unter dem Titel Der Zorn des Meeres. Martin Grzimek befindet die Erzählung in einem Beitrag vom 13.05.2020 im Deutschlandfunk für durchaus lesenswert.

Für gewöhnlich übersetzte Fabjan Hafner seine Gedichte selbst vom Slowenischen ins Deutsche. Zum vierten Todestag des Schriftstellers erschien nun posthum der Lyrikband Erste und letzte Gedichte, übersetzt von Peter Handke, bei Suhrkamp. In einem Beitrag vom 09.05.2020 bei Radio Kärnten beschäftigt man sich mit der „Finesse des handkeschen Übersetzens“. Mehr zum Thema auch auf literaturkritik.de (Johann Holzner, 06.06.2020).

Jeden Monat wird bei Radio Bremen der Luchs verliehen, und zwar an ein Kinder- oder Jugendbuch, das sich unter den vielen neuen Übersetzungen besonders hervortut. Im Mai wurde mit diesem Preis das Buch Als ich die Pflaumen des Riesen klaute von Ulf Stark ausgezeichnet (Verlag Urachhaus). Gelobt wurde dabei auch die „einfühlsame Übersetzung“ von Brigitta Kicherer (07.05.2020).

Die Literaturübersetzerin Bettina Abarbanell hatte ein Gespür für den Erfolg des Romans von Rebecca Makkai, und so schlug die Potsdamerin ihn dem Eisele Verlag vor, der ihn daraufhin in ihrer Übersetzung unter dem Titel Die Optimisten veröffentlichte. Inzwischen wurde das Buch bereits mit der Andrew Carnegie Medal sowie dem Los Angeles Times Book Prize for Fiction ausgezeichnet (Beitrag von Sarah Kugler, 30.04.2020, Potsdamer Neueste Nachrichten).

Mary MacLanes Schreibstil bezeichnet Hubert Spiegel am 27.04.2020 in der FAZ als „zarte rohe Kraft, expressiv, rhythmisch, effektsicher und biegsam“. Ann Cotten scheint in der erstmalig vorgelegten deutschen Übersetzung Ich erwarte die Ankunft des Teufels (Reclam) einiges richtig gemacht zu haben, denn diese erklärt der Rezensent für „fabelhaft“. Auch Cornelia Geißler lobt am 28.05.2020 in der Frankfurter Rundschau die Sprachmacht und das Rhythmusgefühl der Übersetzerin.

In einer Rezension zu Alles ist Dada: Emmy Ball-Hennings von Fernando González Viñas und José Lázaro (Avant-Verlag) kritisiert Andreas Platthaus sowohl den grafischen Aufbau des Comics als auch den mangelnd recherchierten Inhalt, nicht aber die solide deutsche Übersetzung von André Höchemer (Blogbeitrag vom 13.04.2020 in der FAZ).

2020 erhält Hans-Christian Oeser den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW für seinen „dynamischen Stil von großer Musikalität“ in dem Werk Tage ohne Ende von Sebastian Barry (Steidl). Vladimir Balzer interviewt den Preisträger am 06.04.2020 für Deutschlandfunk Kultur. Den Förderpreis erhält indes André Hansen für die Übersetzung Zwei Brüder von Mahir Guven (Aufbau Verlag) aus dem Französischen. Hier war die Jury vor allem von der Umsetzung der umgangssprachlichen Register angetan, wie Michael Klatt in einem Beitrag vom 06.04.2020 in der Rheinischen Post darlegt.

Das klangvolle, lettische Prosapoem Straumēni von Edvarts Virza liegt seit diesem Jahr beim Guggolz Verlag in deutscher Übersetzung von Berthold Forssman vor, der von Marion Hinz auf kultur-port.de in einer Rezension am 23.03.2020 unter anderem für seine melodische Nachbildung gelobt wird.

Drei Übersetzungen gibt es inzwischen von Giuseppe Tomasi di Lampedusas Il gattopardo, doch laut Rainer Moritz wird allein Burkhart Kroeber mit Der Leopard (Piper, 2019) dem Anspruch gerecht, „für die literarische Qualität der Vorlage ein deutsches Pendant zu finden“ (Rezension vom 15.03.2020 im Deutschlandfunk).

Andreas Tretner, 2020 nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung, spricht mit Miriam Zeh vom Deutschlandfunk über Die Sanftmütigen, einen bulgarischen Roman von Angel Igov, den er für den eta Verlag ins Deutsche übertragen hat. Der Beitrag vom 11.03.2020 ist hier nachzuhören und zu lesen.

„Simon Werle, der schon die ‚Fleurs du Mal‘ in ein funkelndes gegenwärtiges Deutsch verwandelt hat, wendet sich vor allem der rhythmischen Feinstruktur der Sätze zu“, so Nico Bleutge in einer Rezension zu Der Spleen von Paris (Rowohlt, 2019) am 04.03.2020 in der Süddeutschen Zeitung.

Von klangstarken Entsprechungen spricht Rezensent Nico Bleutge in einem Beitrag (Süddeutsche, 25.02.2020) über die Gedichtsammlung gravitationen, herausgegeben von David Frühauf und Jan Kuhlbrodt im Gutleut Verlag. Beteiligt waren die Übersetzer*innen Tim Holland, Swantje Lichtenstein, Peggy Neidel und Barbara Tax.

Elke Schneefuß berichtet am 22.02.2020 in der Landeszeitung von einer Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Lüneburg e.V. im Heine-Haus. Zu Gast war die Übersetzerin Dagmar Mißfeldt, die unter anderem den von ihr übersetzten Roman Beinahe Herbst (Arctis Verlag) der norwegischen Autorin Marianne Kaurin vorstellte.

„Seit nunmehr zwei Jahren erscheinen bei dtv Baldwins Bücher in der gelungenen und bereits hochgelobten Neuübersetzung von Miriam Mandelkow“, sagt Marko Martin am 18.02.2020 im Deutschlandfunk in einer Rezension zu Giovannis Zimmer von James Baldwin, dieses Jahr erneut bei dtv auf Deutsch erschienen. Hochgelobt wird die Neuübersetzung auch in einer Rezension von Fabian Schäfer am 21.02.2020 auf queer.de.

In einer Rezension vom 18.02.2020 im Mittagsjournal des ORF zu dem Debütroman Scham von Inès Bayard (Zsolnay-Verlag) bewertet Judith Hoffmann die deutsche Übersetzung folgendermaßen: „[Die Übersetzerin] Theresa Benkert trägt wesentlich dazu bei, dass die Gefühlswelt der Protagonistin, aber auch die Reaktionen ihrer Umgebung beim Lesen derart unmittelbar und wuchtig unter die Haut gehen“.

Kurt Steinmann, der sich bereits durch seine Übertragungen von Homers Ilias und Odyssee verdient gemacht hat, hat nun auch das Werk Hippolytos von Euripides neu übersetzt (Diogenes, 2019). Thomas Ribi zeigt sich am 13.02.2020 in der Neuen Zürcher Zeitung begeistert von „der so präzisen wie geschmeidigen deutschen Übersetzung“.

Marianne Schneider hat die „Außenseiterin der italienischen Literatur“ Anna Maria Ortese neu übersetzt. Der Erzählband Neapel liegt nicht am Meer ist beim Verlag Friedenauer Presse erschienen. In einer ausführlichen Rezension vom 09.02.2020 im Deutschlandfunk kommentiert Dorothea Dieckmann positive wie negative Aspekte der Übersetzung.

Kontrovers diskutiert wird zu Anfang dieses Jahres die deutsche Neuübersetzung des Klassikers Gone with the Wind von Margaret Mitchell, vorgelegt von Andreas Nohl und Liat Himmelheber, erschienen im Verlag Antje Kunstmann. In den sehr ausführlichen Beiträgen, unter anderem aus der Süddeutschen (Sonja Zekri, 02.01.2020), dem Deutschlandfunk (Miriam Zeh, 01.01.2020), der FAZ (Tobias Döring, 05.01.2020), der NZZ (Rainer Moritz, 14.01.2020) und der Wiener Zeitung (Edwin Baumgartner, 13.02.2020), geht es vor allem auch um den im Gegensatz zur alten Übersetzung nüchterneren Stil der neuen Übertragung sowie um die Frage, ob der alltägliche Rassismus zu Recht größtenteils aus der Neuauflage getilgt wurde.

Die „Statistik der Lausitzer Sorben“ ist eine Beobachtung der ober- und niedersorbischen Bevölkerung gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die nun in einer Übersetzung von Robert Lorenz im Domowina-Verlag auf Deutsch vorliegt. Till Scholtz-Knobloch konstatiert am 19.01.2020 unter alles-lausitz.de, sie sei „ein echter Gewinn weit über die sorbische Gemeinschaft hinaus“.

Zum Buch der Woche kürt Martin Gasser am 11.01.2020 auf kleinezeitung.at ​​​​​​den Klassiker Middlemarch von George Eliot. Zu ihrem 200. Geburtstag erschienen gleich zwei neue Übersetzungen, deren Stärken und Schwächen er kurz vorstellt. Zum einen geht es um die Übertragung von Melanie Walz für Rowohlt, zum anderen um die von Rainer Zerbst für dtv. Antje Rávic Strubel beschreibt die Übertragung durch Rainer Zerbst in einem ausführlichen Beitrag vom 19.01.2020 im Deutschlandfunk als „vorsichtig moderne Aktualisierung […] in einem leichtgängigen Rhythmus“.

Gabriele Haefs hat Aksel Sandemoses sozialkritischen Roman Ein Flüchtling kreuzt seine Spur (Guggolz Verlag) neu übersetzt und laut Dorothea Dieckmann vom Deutschlandfunk den angemessenen Ton für dieses literarische Werk getroffen. Der Beitrag vom 17.01.2020 ist hier nachzulesen.

„Dann fuhr er fort, poetisch zu holpern und durch das Versmaß dahinzustolpern. Das Metrum des langen Gedichts war verfehlt, die Reime ohrenpeinlich gequält.“ So klingt klassische arabische Poesie modern übersetzt. Gerrit Wustmann bezeichnet in einem Beitrag auf qantara.de (09.01.2020) die deutsche Übersetzung Moscheen, Wein und böse Geister (Autor: Ibn Naqiya, Verlag: C.H. Beck) von Islamwissenschaftler Stefan Wild als „Hochgenuss“.

„Der Hanser-Verlag war gut beraten, für die Neuübersetzung von ‚Benjamins Reisen‘ [Autor: Scholem J. Abramowitsch] die in Boston lebende Literaturwissenschaftlerin Susanne Klingenstein zu verpflichten“, bemerkt Ellen Presser am 03.01.2020 in einem Beitrag der Jüdischen Allgemeinen, in dem sie über den Auftritt der Übersetzerin im Jüdischen Museum in München berichtet.


Übersetzer*innen über ihre Arbeit: Essays und Blogbeiträge

Stand: 31.07.2020

Ulrich Blumenbach arbeitet schon seit mehreren Jahren an der Übersetzung des 800-Seiten-Romans Witz von Joshua Cohen. Blumenbach beschreibt in einem Artikel für die Neue Zürcher Zeitung vom 18.07.2020, warum die Übersetzung so tückisch ist und er die Grenzen des freien Übersetzens immer weiter hinausschieben muss.

Als „Disziplin des Offenlassens, Offenhaltens“ beschreibt Luis Ruby die Übersetzungsarbeit an den Werken Clarice Lispectors in seinem Essay auf tell, dem Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft, am 10.06.2020. Die letzten von ihm aus dem brasilianischen Portugiesisch übertragenen Erzählungen wurden 2019 im Penguin Verlag unter dem Titel Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau veröffentlicht.

Unter dem Titel „Phantastische Freunde und wo sie zu finden sind – Notizen aus dem Übersetzeralltag“ berichtet Kirsten Borchardt über die Erfahrungen, die sie während der Übertragung der Reihe Nevernight von Jay Kristoff (Fischer Tor) gemacht hat. Das Feature ist am 14.05.2020 auf tor-online.de erschienen und hier nachzulesen.

Trotz lebensgefährlicher Umstände, in die seine Schriften ihn hätten bringen können, verfasste Michail Prischwin von 1905 bis 1954 Tagebucheinträge, die ein Bild der damaligen Sowjetunion zeichnen. Inzwischen liegt ein erster Band dieser Tagebücher (1917-1920) im Guggolz Verlag vor. Am 05.04.2020 stellte Eveline Passet, die Übersetzerin, das Werk Prischwins in einem Feature bei Deutschlandfunk Kultur vor. Mehr zum ersten Band und der Übersetzung finden Sie hier.

Mit Ulrich Pröfrock, Verena Maser, Katharina Erben, Frank B. Neubauer und André Höchemer befragt Ralph Trommer Übersetzungsexperten auf dem Gebiet des Comics zu den Schwierigkeiten dieser Disziplin (Beitrag auf goethe.de, April 2020).

Über Jahre hinweg wurde in der DDR die Veröffentlichung einer Übersetzung der Texte Søren Kierkegaards verhindert, obwohl die Skandinavistin Gisela Perlet sie bereits im Mai 1978 vorgelegt hatte. In diesem Artikel (tabularasa, 05.03.2020) verfolgt Jörg Bernhard Bilke den Weg eines Manuskripts durch das „Gestrüpp der sozialistischen Bürokratie“.


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