In unserer Presseschau sammeln wir Medienberichte, Beiträge und Interviews, die sich Übersetzer*innen und dem literarischen Übersetzen widmen, sowie Rezensionen, die sich ausführlicher mit stilistischen oder vergleichenden Aspekten der Übersetzung befassen. Einzelne Artikel sind nur gegen Entgelt nachzulesen. Wir weisen in diesen Fällen gesondert darauf hin. Alle anderen verlinkten Artikel waren zum Zeitpunkt der Recherche kostenfrei im Volltext zugänglich. Sollte sich dies in Einzelfällen geändert haben oder ein relevanter Beitrag hier nicht aufgeführt sein, freuen wir uns über Hinweise an Enable JavaScript to view protected content..

Abgesehen von den hier ausgewählten Artikeln, lohnt es sich außerdem, immer mal wieder einen Blick auf die Plattform TraLaLit zu werfen, die sich ausschließlich mit übersetzter Literatur befasst.

Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

Übersetzer*innen über ihre Arbeit: Essays und Blogbeiträge

Ältere Medienlinks


Branchenspezifisches und Berufspolitisches

Stand 30.09.2019

Buchreport.de greift in einem Beitrag vom 12.09.2019 die VdÜ-Honorarumfrage Buch 2017/2018 auf.

In einem Interview mit Lars Weisbrod vom 21.08.2019 (Die Zeit), hier nachzulesen, beleuchtet die Kultursoziologin Gisèle Sapiro die ungleiche Verteilung von Übersetzungen auf dem internationalen Buchmarkt. So waren es in den USA 2002 beispielsweise nur etwa 150 deutsche Bücher, die in einer Übersetzung erscheinen sollten, wohingegen Deutschland die Rechte für 3782 amerikanische Bücher einkaufte.

Erstmalig, so vermeldet Stefan Hauck vom Börsenblatt am 28.05.2019, wird in diesem Jahr der Deutsche Verlagspreis ausgeschrieben, um kleine, unabhängige Verlage zu fördern, die „einen lebendigen Literaturbetrieb in Deutschland“ erst möglich machen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont. Patricia Klobusiczky, 1. Vorsitzende des VdÜ, und Hinrich Schmidt-Henkel, Besitzer im VdÜ-Vorstand, wurden als Experten für sprachliche Qualität in die siebenköpfige Preisjury berufen.

Im Mai einigten sich VdÜ, VS und Börsenverein auf eine Aktualisierung des Normvertrags von 1992, u.a. mit ergänzten E-Book- und Online-Rechten (Pressemitteilung).

Untertitel können den Erfolg eines Films international beträchtlich beeinflussen. Auch deswegen spricht sich Anne Billson in ihrem Artikel in The Guardian vom 25.04.2019 für eine angemessenere Würdigung und Honorierung dieser Kunstform aus.

Mit dem neuen Verlag „Edition CONVERSO“ und den ersten beiden erschienenen Büchern, eins davon selbst übersetzt, geht Monika Lustig im März 2019 auf dem deutschen Buchmarkt an den Start. Der entsprechende Beitrag von Dietmar Glaser am 20.03.2019 im Schwarzwälder Boten ist hier nachzulesen.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des VS fand auf dem Jubiläumskongress „Literatur unter Strom“ in Aschaffenburg am 15. Februar 2019 eine Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung statt, an der sich Vertreter*innen aus dem VdÜ, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der VG Wort beteiligten. Ein anderthalbstündiger Video-Mitschnitt findet sich hier.

Starke Stimmen in einer spannenden Diskussionsrunde: Patricia Klobusiczky, Karin Krieger und Jo Lendle wenden sich unter Moderation von Gregor Papsch Themen wie der Wahrnehmung der Übersetzer*innen als Urheber, deren prekärer finanzieller Lage sowie dem zunehmend spürbaren Zeitdruck in der Buchbranche, dem Sprachwandel und der Digitalisierung zu. Trotz teils erdrückender Entwicklungen zieht Gregor Papsch am Ende ein positives Fazit: „Jedenfalls bleiben uns die Menschen an Schreibtischen erhalten, die auch in Zukunft gute Literatur vorbildlich übersetzen“ (Sendung im SWR vom 19.03.2019).

In einem originellen Gedicht rügt die Übersetzerin Christel Hildebrandt aus Hamburg die taz für eine unterlassene Übersetzernennung am 7. Januar 2019 zu „Serotonin“ von Michel Houellebecq, deutsch von Stephan Kleiner, sowie am 12. Januar 2019 zu „King Kong Theorie“ von Virginie Despentes, deutsch von Barbara Heber-Schärer und Claudia Steinitz. Fünf Tage später erscheint dieses Gedicht als Leserbrief in der taz, hier nachzulesen. Mehr zur Übersetzernennung findet sich auf unserer Seite.


Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Interviews und Porträts

Stand 30.09.2019

In dem vorbildlichen Projekt „Übersetzerstafette“ stellt Anna Schüller aus dem NORLA-Team (Norwegian Literature Abroad), das den Ehrengastauftritt Norwegens auf der Frankfurter Buchmesse organisiert hat, insgesamt 13 Norwegisch-Übersetzer*innen vor. Von Oktober 2018 bis Oktober 2019 wurde auf dieser Seite jeden Monat ein Interview veröffentlicht.

Der Verein Weltlesebühne feiert 2019 sein zehnjähriges Jubiläum und hat auch in diesem Jahr wieder verschiedene Veranstaltungen zum Internationalen Übersetzertag, dem Hieronymus-Tag, im Programm. Die Vorsitzenden Martina Kempter und Gabriele Leupold berichten am 29.09.2019 im Buchmarkt über die Besonderheiten ihrer Aktionen sowie über das Gläserne Übersetzen als festen Bestandteil des Messeprogramms.

Leser „machen [sich] oft gar keine Gedanken darüber, wie viel Hirnschmalz in der Übersetzung steckt“. Um diese Arbeit mehr in den Fokus zu rücken, führt Marcel Lütz-Binder vom SR Fernsehen am 09.09.2019 ein Interview mit der diesjährigen Preisträgerin des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises Sonja Finck. Das Video findet sich noch bis zum 09.09.2020 hier.

Um den Weitblick für britische Leser*innen trotz Brexit zu erhalten, übersetzt Katy Derbyshire deutsche Literatur für den englischen Markt und wird sie in Zukunft bei V&Q Books verlegen. Im Gespräch mit Johannes Schneider redet sie über den Brexit und wie man der heutigen Entwicklung mithilfe von Büchern entgegenwirken kann (Beitrag vom 04.09.2019 im Tagesspiegel).

Joachim Meinert, Übersetzer und Lektor, berichtet über seine damaligen, wiederholten Versuche, Primo Levis Werke in der DDR verlegen zu lassen. Warum es ihm weder im Verlag Volk und Welt noch bei Aufbau gelungen ist und was die Zensur damit zu tun hat, erklärt er in einem Interview mit Susanne Lenz für die Frankfurter Rundschau am 19.08.2019.

Während der persische Autor Amir Hassan Cheheltan mit Nasrin Bassiri über die Literatur im Iran und die Schwierigkeiten aufgrund der Zensur spricht, ist er voll des Lobes für seinen deutschen Übersetzer Kurt Scharf und seine Übersetzerinnen Susanne Baghestani und Jutta Himmelreich. Der Beitrag ist am 14.08.2019 auf qantara.de erschienen und hier nachzulesen.

Zu Ehren der berühmten Entenhausen-Übersetzerin Erika Fuchs wurde das im Jahr 2015 eröffnete Comic-Museum in Schwarzenbach an der Saale, wo sie den Großteil ihres Lebens verbrachte, nach ihr benannt. Zu Recht. Denn wie Sabine Reithmaier am 09.08.2019 in der Süddeutschen Zeitung berichtet, sind Fuchs’ Wortschöpfungen aus der deutschen Sprache nicht mehr wegzudenken.

In einem Interview anlässlich der Verleihung des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises 2019 spricht die Jurorin Tilla Fuchs mit der diesjährigen Preisträgerin Sonja Finck über ihre berufliche Laufbahn und ihr Wirken als literarische Übersetzerin (Beitrag im SR 2 vom 06.08.2019).

In einem Interview mit Übersetzerin und Verlegerin Zoë Beck thematisiert Jenny Gärtner die Annahme, von Frauen geschriebene Literatur sei oft bloß Unterhaltungsliteratur. Anhand des Romans Gespräche mit Freunden (Luchterhand) von Sally Rooney, das unter anderem auf Tinder-Beziehungen und die Krankheit Endometriose eingeht, argumentieren die beiden dagegen (Beitrag vom Deutschlandfunk am 29.07.2019).

Warum in einer Übersetzung aus Kimbern schwäbelnde Markomannen werden, erklärt der Übersetzer Klaus Jöken der Moderatorin Liane von Billerbeck vom Deutschlandfunk in einem Interview am 29.07.2019. In dem Beitrag geht es um den neuesten Asterix-Band Die Tochter des Vercingetorix, dieses Jahr bei Egmont erschienen.

„Beim Lesen soll sich die Melodie einstellen“, sagt Àxel Sanjosé und übersetzt nach dieser Devise katalanische Lyrik ins Deutsche – ein Porträt von Antje Weber in der Süddeutschen Zeitung (22.07.2019).

Mirjam Pressler, die erfolgreiche Kinderbuchautorin und mehrfach ausgezeichnete Übersetzerin, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Nachrufe veröffentlichten u.a. die Frankfurter Allgemeine vom 16.01.2019, die Leipziger Volkszeitung vom 16.01.2019, und der NDR am 19.01.2019. Einen umfassenderen Einblick in das Leben und Wirken der Verstorbenen gewährt Ellen Presser am 27.06.2019 in der Jüdischen Allgemeinen.

Für die Übersetzung des Werks Sentimentale Reise von Viktor Schklowskij (Die Andere Bibliothek) erhält Olga Radetzkaja den Straelener Übersetzerpreis 2019 und beantwortet Änne Seidel vom Deutschlandfunk zu diesem Anlass einige Fragen. Unter anderem sprechen sie darüber, wie viel Recherche notwendig war, ob das Übersetzen zwischen den Zeilen überhaupt funktionieren kann und inwiefern man aus dem Roman etwas über das heutige Russland erfährt (Beitrag vom 25.06.2019).

„Es hat Spaß gemacht, diesen Klassiker in die Gegenwart zu holen“, sagt der Englischübersetzer Andreas Jäger in einem Interview mit Florian Tempel von der Süddeutschen Zeitung (18.06.2019). Für eine Produktion des Kölner Theaters übertrug er Christopher Marlowes Stück „Dido und Aeneas“ Anfang 2018 in eine deutsche Prosafassung.

In einem ausführlichen Interview mit Felix Pütter von der Online-Plattform TraLaLit erklärt Frank Heibert, warum er sich bei Zazie in der Metro von Raymond Queneau, 2019 bei Suhrkamp erschienen, für bestimmte Namensänderungen entschieden hat, einige Sprachspiele wieder gestrichen wurden und warum eine Neuübersetzung des Werks notwendig war (Beitrag vom 12.06.2019). Des Weiteren sind am 10.07.2019 ein Interview mit Dina Netz im Deutschlandfunk sowie am 23.07.2019 eine zwiegespaltene Rezension von Thomas Borchert in der Rhein-Neckar-Zeitung erschienen. So bemängelt er zwar, dass „die eine oder andere Modernisierung etwas gewollt daherkommt“, findet aber Gefallen an Frank Heiberts „fröhliche[m] Sprachrhythmus“.

Anne Franks Tagebuch erschien dieses Jahr in der 73. Übersetzung auf Maori unter dem Titel „Te Rataka a Tetahi Kohine“ bei Holocaust Centre of New Zealand. Die Übersetzerin Te Haumihiata Mason spricht in einem Interview vom 12.06.2019 mit Anke Richter vom Spiegel unter anderem darüber, wie es ist, ein so international erfolgreiches Werk in eine Sprache zu übersetzen, deren Gebrauch in der Vergangenheit unterdrückt wurde.

Die Japanisch-Übersetzerin Verena Maser entschied sich in der Übertragung des Mangas Das Land der Juwelen (Cross Cult) von Haruko Ichikawa, das geschlechtsneutrale Pronomen xier in all seinen Formen zu verwenden. Das Warum und Wie erläutert sie Max Oppel vom Deutschlandfunk in einem Gespräch vom 03.06.2019.

Der neue Translator in Residence von April bis Juni 2019 im Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen heißt Alexandros Kypriotis, kommt aus Griechenland und hat ein eigenes Theaterstück in Anlehnung an Goethes Werther geschrieben. Bianca Mokwa von der Rheinischen Post stellte den Übersetzer am 15.05.2019 in einem kurzen Porträt vor, hier nachzulesen.

Im Hinblick auf den Johann-Heinrich-Voss-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der dieses Jahr an Kurt Steinmann verliehen wurde, stellen Martin Ebel vom Tagesanzeiger (13.05.2019) und Heidi Bono vom Zofinger Tagblatt (10.05.2019) den Altphilologen und Übersetzer des kürzlich bei Manesse erschienenen Liebesromans Daphnis und Chloe vor.

Der achte Band von Tim und Struppi, Le Sceptre d’Ottokar, wurde kürzlich von Mathias Ospelt ins Liechtensteinische übertragen (Am Ottokar sis Zäptr, van Eck Verlag). Mit intensiver Recherche ist es ihm gelungen, alle elf Dialekte des Landes in einem Comic zu vereinen. Über dies und vieles mehr unterhält er sich mit Gary Kaufmann vom Liechtensteiner Vaterland in einem Interview vom 06.05.2019.

Schon als Jugendliche habe Eva Bauche-Eppers die Trilogie von J.R. R. Tolkien für ihre Mutter übersetzt, heißt es in einem kurzen Porträt vom 25.04.2019 in der Neuen Osnabrücker Zeitung, in der die inzwischen langjährige Fantasy-Übersetzerin und -autorin durch Marie-Luise Braun vorgestellt wird.

Der vor 300 Jahren erschienene, erfolgreiche Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe kommt dieses Jahr in einer Neuübersetzung von Rudolf Mast beim Mare Verlag heraus. Die größten Herausforderungen seien für ihn einerseits die hohen Erwartungen an das Buch aufgrund seines Klassikerstatus’ gewesen, andererseits die Vermischung einfachen Vokabulars mit komplexen grammatikalischen Strukturen, wie er in einem Gespräch mit dem Literaturkritiker Günther Wessel und Joachim Scholl vom Deutschlandfunk am 25.04.2019 berichtet.

Die in Prag geborene und in München aufgewachsene Tschechisch-Übersetzerin Veronika Šiška spricht in einem Interview mit Markéta Kachlíková vom Radio Praha unter anderem darüber, welche Auswirkungen der Gastlandauftritt auf der Leipziger Buchmesse für die tschechische Literatur hat. Der Beitrag vom 24.04.2019 ist hier nachzulesen und zu hören.

„Viele streiten die Notwendigkeit des Genderns ab.“ In einem Interview mit Julia Rosche (24.04.2019, TraLaLit) erklären Hanna Fliedner und Jennifer Thomas anhand ihrer Übersetzung des Sachbuchs Doing It, von der englischen Vloggerin Hannah Witton verfasst und auf Deutsch unter dem Titel Untendrumherumreden – Alles über Liebe und Sex bei Carlsen erschienen, warum es manchmal eben doch notwendig ist.

Eva Moldenhauer, die deutsche Stimme französischer Gegenwartsliteratur von Claude Simon, Ágota Kristóf, Claude Lévi-Strauss u.v.m ist am 22.04.2019 im Alter von 84 Jahren gestorben. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte am 24.04.2019 einen Nachruf von Joseph Hanimann auf die vielfach ausgezeichnete Übersetzerin. Zudem bietet die Redaktion Logbuch von Suhrkamp hier einige Tonaufzeichnungen mit Eva Moldenhauer rund um das Thema Übersetzen.

In ihrem Artikel vom 06.04.2019 für The Guardian porträtiert Claire Armitstead unterschiedliche Beziehungen zwischen Autor*innen und Übersetzer*innen und zeigt auf, wie vielfältig die Zusammenarbeit an einem literarischen Werk aussehen kann.

Susan Bernofsky, die gerade erst mit dem Friedrich Ulfers Preis für die Verbreitung deutscher Literatur in den USA ausgezeichnet wurde, spricht in einem Interview mit Ulrich Rüdenauer vom Deutschlandfunk Kultur über ihre Liebe zur deutschen Sprache. Den Beitrag vom 01.04.2019 gibt es hier in Schrift- und Audioform.

Die mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Übersetzerin Eva Ruth Wemme spricht in einem Interview vom 27.03.2019 mit Freyja Melsted und Felix Pütter von der Plattform TraLaLit über den Roman Verlorener Morgen (Die Andere Bibliothek) von Gabriela Adameșteanu und gewährt Einblicke in das Rumänien zu Zeiten vor der EU.

Dass das Leben einer Literaturübersetzerin nicht immer geradlinig verläuft, zeigt das Beispiel von Ingrid Könemann-Yarnell, die seit 2008 ihr eigenes Ein-Frau-Übersetzungsbüro in den USA betreibt und zwischen den denkbar vielseitigen „German Language Services“ auch englischsprachige Romane ins Deutsche überträgt. Rüdiger Lutterbach von der Allgemeinen Zeitung umreißt Leben und Lebensweg in einem Beitrag vom 23.03.2019.

Anlässlich der Leipziger Buchmesse 2019 gehen Maria Hummitzsch, Thomas Weiler, Anne Emmert und Karin Uttendörfer in einem Porträt über die Arbeit von Literaturübersetzer*innen auf Fragen zu der Übersetzung von großen und kleinen Sprachen sowie auf die Übertragung von Sachbüchern und Belletristik ein. Die wichtigsten Informationen hat Ute Krebs am 21.03.2019 in der Freien Presse zusammengefasst.

Ob Huey, Dewey und Louie, Rip, Rap und Rup oder Tick, Trick und Track – berühmt sind die Neffen von Donald Duck rund um den Globus. Rayna Breuer von der Deutschen Welle führt zu den beliebten Enten aus Entenhausen ein Interview mit dem Comicübersetzer und -forscher Wolfgang J. Fuchs (Beitrag vom 13.03.2019).

In einem selbst verfassten Beitrag vom 10.03.2019 in der Jüdischen Allgemeinen erzählt Ruth Achlama von ihrem Traumberuf Literaturübersetzen, wie sie dazu kam, wie sie arbeitet und wie sie mit Übersetzungsproblemen umgeht.

Alexander Nitzberg, der die Erzählung Das hündische Herz von Michail Bulgakow aus dem Russischen neu übersetzt hat (KiWi, 2013), sieht eine besondere Gestaltung des Werks im Klang und Rhythmus. „Bei Bulgakow knistern förmlich die Silben“, berichtet er anlässlich der Inszenierung der Erzählung am Düsseldorfer Schauspielhaus in einem Interview mit Lothar Schröder von der Rheinischen Post am 22.02.2019.

Die Bulgarisch-Übersetzerin Viktoria Dimitrova Popova im Gespräch. Die Übersetzerin, die als Erste den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis in der Sparte Literatur erhielt, verstehe Übersetzungen als einen geradezu körperlichen Austausch zwischen zwei Sprachen, so Andreas Klaeui in einer Zusammenfassung des Interviews im SRF vom 06.02.2019.

Die Brasilianerin Nina Saroldi ist die derzeitige Translator in Residence im Europäischen-Übersetzer-Kollegium Straelen und beschäftigt sich während ihres Aufenthalts mit den Werken Freuds und dem Spannungsfeld zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Zwängen. So erzählt sie Bianca Mokwa von der Rheinischen Post in einem Beitrag vom 30. Januar 2019.

Mit dem Bundesverdienstkreuz wird Ruth Achlama als „Brückenbauerin zwischen Deutschland und Israel“ ausgezeichnet. Sie hat bedeutende Autoren wie Amos Oz und Meir Shalev aus dem Hebräischen ins Deutsche übertragen. Alexandra Föderl-Schmid von der Süddeutschen Zeitung (Beitrag vom 20.01.2019) gibt einen kurzen Einblick in Leben und Werk der Übersetzerin.

Der Traumberuf Literaturübersetzer*in hat auch seine Schattenseiten, zum Beispiel, wenn man sich mit der unfairen bis hin zur unrechten Bezahlung konfrontiert sieht oder die Arbeit aus Zeitdruck an einem unfertigen Manuskript beginnen muss. In einem Interview mit Christine Storck-Haupt für die Badische Zeitung (Beitrag vom 19.01.2019) berichtet die Freiburger Übersetzerin Maja-Ueberle Pfaff von ihren Arbeitsbedingungen. Mehr zur derzeit gültigen gesetzlich verankerten Absatzbeteiligung, die sie im Interview erwähnt, hier auf unserer Seite.

Stephan Kleiner, Patricia Klobusiczky, Hinrich Schmidt-Henkel, Karin Krieger, Pieke Biermann, Isabel Bogdan und Frank Heibert berichten in einem ausführlichen Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 17.01.2019 über die eher suboptimalen Arbeitsbedingungen der Literaturübersetzer*innen. Hier ist der Artikel kostenpflichtig einsehbar.

Hinrich Schmidt-Henkel und Frank Heibert über die Kunst des Übersetzens, infizierende Fremdformulierungen und den „Monsterspaß“ an der Arbeit zu zweit. Das 20-minütige Interview, geführt von Joachim Scholl für den Deutschlandfunk Kultur vom 14.01.2019, lässt sich hier in voller Länge hören und in gekürzter Fassung nachlesen.

Gabriele Haefs berichtet in einem Interview mit Stefan Hauck über ihren Einstieg in das literarische Übersetzen und die Eigenheiten des Norwegischen. Das im Börsenblatt erschienene Gespräch vom 10.01.2019 ist hier nachzulesen.


Übersetzer*innen und ihre Arbeit: Rezensionen und Veranstaltungsberichte

Stand 30.09.2019

Für den Gedichtband Norwids Geliebte, erschienen bei Edition Korrespondenzen, hat Übersetzer Michael Zgodzay alte und neue Gedichte des Lyrikers Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki ausgewählt und gemeinsam mit Uljana Wolf aus dem Polnischen übertragen. Nico Bleutge bewertet die deutsche Übertragung am 27.09.2019 im Deutschlandfunk als „klangstarke Entsprechung“.

„Man liest und grinst und lernt“, so Gabriele von Arnim über das Werk Oreo von Fran Ross. Die Übersetzung, die 2019 bei dtv erschien, hat Pieke Biermann „mit Finesse und Bravour bewerkstelligt“ – ein Beitrag vom 26.09.2019, hier nachzuhören und nachzulesen.

Zum ersten Mal liegt Ein Junge wie Kees nun in vollständiger deutscher Übersetzung von Rolf Erdorf im Wallstein Verlag vor. Bettina Baltschev rezensiert den niederländischen Klassiker von Theo Thijssen am 20.09.2019 im Deutschlandfunk und beschreibt die deutsche Übertragung als gelungen und zeitlos.

Für Angela Schader ist „der Vergleich zwischen Original und Übersetzung“ des Romans Ice Cream Star von Sandra Newman, in der deutschen Fassung bei Matthes & Seitz in der Übersetzung von Milena Adam erschienen, „ein nicht zu unterschätzendes Vergnügen“. Daher empfiehlt sie den Endzeit-Roman zum Schluss ihrer Rezension vom 20.09.2019 (Neue Zürcher Zeitung) „gleich im Doppelpack“.

Am Montag, 9. September 2019, nahm Sonja Finck den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis im Festsaal der Sulzbacher Aula entgegen. Die Jury sowie der Laudator Frank Heibert lobten die Übersetzerin für ihre großartige Arbeit. Diese wiederum bedankte sich bei den drei Stiftern für die Wertschätzung übersetzerischer Leistungen (Beitrag vom 12.09.2019 im Regio-Journal von Tobias Altherr).

In einer Rezension des Romans Das Eis-Schloss von Tarjei Vesaas, der anlässlich der Frankfurter Buchmesse im Guggolz Verlag neu aus dem Norwegischen übersetzt wurde, lobt Manuela Reichert die Leistung Hinrich Schmidt-Henkels. Er habe eine „Sprache gefunden, die diese enorme Kraft und [das] poetische Flirren, was da drin ist, wirklich sehr genau überträgt“. Der Beitrag wurde am 12.09.2019 im Deutschlandfunk veröffentlicht und ist hier nachzuhören.

Wenn sogar das Publikum angesichts einer vergriffenen Übersetzung aufschreit, muss die Übersetzung wahrhaft meisterlich sein. In seinem Artikel vom 06.09.2019 im NDR fordert Alexander Solloch die verantwortlichen Verlage auf, die Hörbuchfassung Pu der Bär in der Übersetzung von Harry Rowohlt wieder zugänglich zu machen.

Acht Monate arbeitete Susanne Klingenstein an der Neuübersetzung Die Reisen Benjamins des Dritten (Hanser) von Scholem Y. Abramowitsch aus dem Jahr 1878, die sie im September in einem Gespräch mit Waltraut Liebl-Kopitzki in der „Färbe“ in Singen vorstellte. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Forum Allmende zur Erinnerung an den so wichtigen ostjüdischen Autor, wie Sieglinde Kramer am 05.09.2019 im Südkurier berichtet.

„Es gibt nichts, […] das sie nicht kann.“ So beschreibt Arno Widmann Heide Sommer in seinem Artikel vom 29.08.2019 in der Frankfurter Rundschau. Er gewährt dabei nicht nur einen Einblick in ihr Buch Lassen Sie mich mal machen: Fünf Jahrzehnte als Sekretärin berühmter Männer, sondern auch in ihre Persönlichkeit als Autorin, Übersetzerin und eben Sekretärin.

Mit der Gewinnerin des Caine Prize for African Writing 2019 verlegt Zoë Beck neben Helen Oyeyemi nun auch Lesley Nneka Arimah. Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt erschien 2019 in Zoë Becks Übersetzung bei CulturBooks und trifft laut Marie-Sophie Adeoso genau die richtigen Töne (Rezension vom 26.08.2019 in der Frankfurter Rundschau).

Der Familienroman Taba-Taba des französischen Autors und Globetrotters Patrick Deville liegt laut Ingeborg Waldinger nun in einer großartigen deutschen Version von Holger Fock und Sabine Müller im Bilger Verlag vor (Rezension vom 25.08.2019 in der Wiener Zeitung).

Unerschrocken übersetzten Elisabeth Edl und Wolfgang Matz das von Yves Bonnefoy am Ende seines Lebens wiederentdeckte und überarbeitete Gedicht-Manuskript aus dem Französischen. Roman Bucheli rezensiert das Werk, das 2019 beim Carl-Hanser-Verlag erschienen ist, am 09.08.2019 in der Neuen Zürcher Zeitung, hier nachzulesen.

Rot. Zwei Romane in Versen lautet der Titel des Nicht-Romans von Anne Carson, der bei S. Fischer erschienen ist. Marie-Luise Knott berichtet im Deutschlandfunk von der bewussten Missachtung alltäglicher Konventionen in Carsons Texten. Zudem habe Anja Utler „erfindungsreich die Leichtigkeit, Komplexität und die Eleganz der Verrücktheit von Carsons Sprachkraft“ ins Deutsche übertragen (Rezension vom 04.08.2019).

„Weil der Buchhandel überhitzt ist, so schnell dreht, glauben alle, die deutsche Fassung müsse nur sechs Wochen später vorliegen“, kritisiert Valeria Heintges vom Tagblatt (22.07.2019) die Zustände auf dem aktuellen Buchmarkt. Leider hagelt es von ihr daher auch Kritik für die deutsche Fassung Auf Erden sind wir kurz grandios des Debütromans von Ocean Vuong, der dieses Jahr in der Übersetzung von Anne-Kristin Mittag bei Hanser erschienen ist. Insa Wilke hingegen hält den Ton mit wenigen Ausnahmen für gut getroffen (Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 24.07.2019).

In seinem Roman Wie später ihre Kinder (Hanser), der 2018 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, begleitet der Autor Nicolas Mathieu eine Gruppe Jugendliche der 1990er-Jahren und verdeutlicht so die Bedingungen, unter denen der heutige Populismus sich überhaupt erst entwickeln konnte. Laut Alex Rühle hat das Übersetzer-Duo aus Lena Müller und André Hansen bei der Übertragung ganze Arbeit geleistet (Beitrag vom 23.07.2019).

„Wenn es von Dichtern heißt, sie seien Lautmaler und ihre Texte lautmalerisch, dann beschreibt dies aufs Genaueste Donata Berras Verse“, so Roman Bucheli über die italienische Lyrikerin. Eine enorme Herausforderung für die Übersetzer also. Doch Christoph Ferber, der für den Sammelband Maddalena (Limmat-Verlag) die Gedichte ausgewählt und übertragen hat, scheint sich dieser mit Erfolg gestellt zu haben (Beitrag aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 12.07.2019).

„Großartige Übersetzung von Stephan Kleiner“ heißt es in der von Julia Dettke am 07.07.2019 in der FAZ veröffentlichten Rezension zum Erstlingswerk der Autorin Hanya Yanagihara mit dem deutschen Titel Das Volk der Bäume, erschienen bei Hanser Berlin.

In einer ausführlichen Rezension zum neu übersetzten Der Spleen von Paris (Rowohlt) des Dichters und Prosaautors Charles Baudelaire vergleicht Karin Westerwelle die Übertragung von Simon Werle mit dem französischen Original und übt leichte Kritik an der Wortwahl sowie der Auswahl des Inhalts (Beitrag vom 06.07.2019, Welt).

Mit der Neuübersetzung Der Ursprung der Arten durch natürliche Selektion. Oder die Erhaltung begünstigter Rassen im Existenzkamp (Klett-Cotta), dem Klassiker von Charles Darwin, ist Eike Schönfeld in Zusammenarbeit mit dem Evolutionsbiologen Josef H. Reichholf ein „Muster an Akkuratesse und Sorgfalt“ gelungen, wie Anja Beisiegel in ihrer Rezension vom 01.07.2019 auf literaturkritik.de verrät.

2019 geht der Straelener Übersetzerpreis an Olga Radetzkaja, sowohl für ihr Lebenswerk als auch für die Übertragung des Romans Sentimentale Reise (Die Andere Bibliothek) von Viktor Schklowskij aus dem Russischen. Den Förderpreis erhält Jan Schönherr für die deutsche Fassung Neu-York (Rowohlt) des englischen Autors Francis Spufford. Michael Klatt von der Rheinischen Post fasst am 28.06.2019 die Preisverleihung und die Argumente der Jury zusammen, hier nachzulesen.

Siebzig Jahre nach dem Tod Margaret Mitchells erscheint der Klassiker Vom Winde verweht in einer Neuübersetzung beim Kunstmann-Verlag. Die beiden Übersetzer Liat Himmelheber und Andreas Nohl interpretieren den Ton des amerikanischen Originals nüchterner als es der Erstübersetzer Martin Beheim-Schwarzbach 1937 getan hat. Daher auch der leicht abgewandelte Titel Vom Wind verweht, wie Marie Schmidt in der Süddeutschen Zeitung am 26.06.2019 berichtet.

Die Deutschen Literaturtage von Reschitza kreisten in diesem Jahr um Themen wie Heimat und Auswanderung. Stellvertretend für die deutsch-rumänische Beziehung steht die Autorin und Übersetzerin Yvonne Hergane, die in Rumänien geboren, aber als Jugendliche mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen ist. Tanya Lieske vom Deutschlandfunk legt einen detaillierten Bericht über die Veranstaltung und die Übersetzerin vor (22.06.2019).

Der Internationale Literaturpreis, vergeben durch das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, geht in diesem Jahr an die mexikanische Autorin Fernanda Melchor und ihre Übersetzerin Angelica Ammar für den Roman „Saison der Wirbelstürme“ (Wagenbach Verlag). Rund um die Verleihung erschienen mehrere Beiträge. Jens Uthoff von der taz gewährte am 20.06.2019 einen Einblick in den Roman, und während die Zeit die ausführliche Laudatio von Autor und Übersetzer Robin Detje abdruckte (18.06.2019), erschien im Spiegel eine Rezension von Isabel Metzger (06.06.2019) und im Deutschlandfunk ein umfassendes Interview mit Autorin und Übersetzerin (19.06.2019).

In seiner Rezension auf literaturkritik.de vom 14.06.2019 setzt Christophe Fricker sich mit den Schwächen und Stärken der Übersetzungskritik Franziska Walters auseinander. In der Veröffentlichung Meisterhaftes Übersetzen. Stefan Georges Übersetzungen der Sonette Shakespeares (Königshausen & Neumann) geht sie auf Freiheiten ein, die Stefan George sich als Übersetzer genommen hat, um den Text für sein eigenes Interesse zu funktionalisieren.

„Übersetzen hat immer auch eine anti-rassistische Tendenz“, erklären Tobias Reußwig und Dirk Uwe Hansen am 07.06.2019 auf dem Festival contre le racisme. Julia Schlichtkrull aus der Redaktion webmoritz von der Universität Greifswald fasst die interessante Lesung der beiden Übersetzer zusammen (Beitrag vom 11.06.2019).

„Jeder Text von ihr ist eine neue Herausforderung“, so Zoltán Halasi zu den Werken der Autorin Elfriede Jelinek. Gemeinsam mit Jelinek-Expertin Silke Felber präsentierte er Düh (L’Harmattan-Verlag), die ungarische Version des Titels Wut, am 15. Mai im Budapester József-Katona-Theater. Vanessa Polednia von der Budapester Zeitung berichtet am 01.06.2019 von der gelungenen Veranstaltung, organisiert vom Österreichischen Kulturforum.

Von den im Frühjahr 2017 erschienenen Übersetzungen des neu entdeckten Romans Walt Whitmans, zum einen bei Manesse in einer Version von Renate Orth-Guttmann und Irma Wehrli, zum anderen bei Das kulturelle Gedächtnis von Stefan Schöberlein, ist Rezensent Nicolas Freund nicht überzeugt. Er hält die Übertragung von Jürgen Brôcan, die erst dieses Jahr im dtv Verlag unter dem Titel Leben und Abenteuer von Jack Engle herauskam, für die maßgebliche der drei, da sie als einzige vollständig sei und es ihr gelinge, alle Bedeutungsebenen und Nebensätze zu bewahren (Süddeutsche Zeitung vom 30.05.2019).

In einer ausführlichen Rezension auf der Plattform TraLaLit vom 29.05.2019 setzt Mischa Bach sich mit den gelungenen und weniger gelungenen Aspekten der Übersetzung von Lydia DavisErzählungen Can’t and Won’t auseinander, auf Deutsch unter dem Titel Kanns nicht und wills nicht in der Übersetzung von Klaus Hoffer (Droschl) erschienen. Obwohl Klaus Hoffer einige Male übers Ziel hinausschieße, ist die Davis-Bewunderin doch äußerst angetan von seiner Übertragung.

Es gebe selten Kinder- und Jugendbücher, die in lyrischer Prosa verfasst seien, so die Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises, die in diesem Jahr den Autor Steven Herrick und den Übersetzer Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn für den Jugendroman Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen (Thienemann Verlag) ehrt (Presseportal am 23.05.2019).

„Übersetzen ist Kopf- und Handarbeit – und diesmal richtig anstrengend“, heißt es in der Rheinischen Post vom 23.05.2019 angesichts der Runde aus elf Übersetzerinnen und Übersetzern und der Autorin Judith Schalansky, die sich in Straelen zu einem Atriumsgespräch zusammengefunden haben, um ihren Titel Verzeichnis einiger Verluste (Suhrkamp) in zahlreiche Sprachen zu übertragen.

Der Karl-Dedecius-Preis für herausragende Übersetzertätigkeit vom Deutschen Polen-Institut und der Robert Bosch Stiftung ging dieses Jahr an Monika Muskala und Thomas Weiler. Bettina Bergstedt vom Echo fasste am 19.05.2019 das hohe Lob der Laudatoren bei der Preisverleihung zusammen, hier nachzulesen.

In einer Rezension vom 19.05.2019 zu Aleš Štegers Gedichten, die auf Deutsch in einem Band mit dem Titel Über dem Himmel unter der Erde beim Carl Hanser Verlag erschienen sind, lobt Nico Bleutge von der Süddeutschen Zeitung das gut rhythmisierte Deutsch, in das der Übersetzer Matthias Göritz die Gedichte übertragen hat.

In einer Gruppenlesung im Kulturforum Franziskanerkloster in Kempen las Frank Heibert gemeinsam mit fünf weiteren Vortragenden aus seiner Übersetzung Lincoln im Bardo von George Saunders (Luchterhand) und beantwortete anschließend die Fragen der Besucher, wie Silvia Ruf-Stanley von der Rheinischen Post am 14.05.2019 berichtet.

In seiner Rezension zu Michail Bulgakows Romandebüt Die Weiße Garde bezeichnet Olaf Kistenmacher die beim Galiani Verlag erschienene Neuübertragung von Alexander Nitzberg als erste richtige Übersetzung, und das, obwohl bereits seit Ende der 1960er Jahre deutsche Fassungen vorliegen. Der Beitrag ist am 06.05.2019 auf der Rezensionsplattform literaturkritik.de erschienen.

Das von den Lyrikern Jan Wagner und Federico Italiano herausgegebene Grand Tour: Reisen durch die junge Lyrik Europas bietet dem Leser eine Sammlung von übersetzten europäischen Gedichten. Felix Pütter stellt in seiner Rezension vom 08.05.2019 auf der Plattform TraLaLit heraus, „warum Sie dieses Buch unbedingt sofort kaufen sollten“, „warum es so einzigartig ist“ und auch „warum es so problematisch ist“.

Die diesjährige Frühlingstagung der Shakespeare-Gesellschaft in Weimar vom 26. bis zum 28. April drehte sich vor allem um die Übersetzungen der Werke des berühmten Dramaturgen. Die Diskussionen, an denen sich auch der langjährige Übersetzer Klaus Reichert beteiligte, hat Ceyda Nurtsch in einem Beitrag der Deutschen Welle kurz zusammengefasst (29.04.2019).

Im Rahmen einer Lesung in der St. Ingberter Stadtbibliothek präsentierte Alphonse Walter mit schauspielerischem Talent seine Übersetzung Freund Fritz, im Verlag Knischetzky erschienen, und konnte so das Publikum für den Roman von Emile Erckmann und Alexandre Chatrian aus dem 19. Jahrhundert begeistern, berichtet Jürgen Bost im St. Ingberter Anzeiger am 17.04.2019.

In einer kurzen Vorstellung und Veranstaltungsankündigung für die Performance des kongolesischen Autors Fiston Mwanza Mujika zum Roman Tram 83 (Zsolnay) wird auch die preisgekrönte Übersetzung von Katharina Meyer und Lena Müller hervorgehoben. Der Beitrag vom 15.04.2019 in der neuen Südtiroler Tageszeitung ist hier nachzulesen.

Für eine Anthologie der Werke Elizabeth Bishops, erschienen im Hanser Verlag, wählte der Schriftsteller Steffen Popp die Hälfte der insgesamt 107 Gedichte aus und übersetzte sie für diese zweisprachige Ausgabe ins Deutsche. Bastian Reinert vom Tagesspiegel hält Wendungen, an denen man sich stößt, für unumgänglich, lobt Steffen Popps Einfallsreichtum und hält die Übertragung insgesamt für äußerst gelungen (Rezension vom 06.04.2019).

Die Übersetzungswerkstatt VERSschmuggel hat im Rahmen eines tschechisch-deutschen Übersetzungsprojekts 2018 eine Anthologie hervorgebracht, die den Kulturaustausch der beiden Sprachen voranbringen und Dichter*innen die Gelegenheit geben sollte, in einen Dialog miteinander zu treten. Auf der ersten Station ihrer Lesungsreihe berichten unter anderem Birgit Kreipe und Mirko Kraetsch von den Erfahrungen, die sie dort gemacht haben. Hier lässt sich der Beitrag von Jana Burczyk vom 06.04.2019 aus dem Radio Praha nachhören und -lesen.

In dem Artikel „Aus der Finsternis ans Sonnenlicht – der sensationelle Fund eines Originalmanuskripts und seine lange (Übersetzungs)Geschichte“, am 01.04.2019 in der ReLü veröffentlicht, vergleicht Sabrina Sandmann das Originalmanuskript Sonnenfinsternis von Arthur Koestler mit der englischen Übersetzung seiner Lebensgefährtin und seiner eigenen deutschen Rückübersetzung. Spannender könnte ein Übersetzungsvergleich kaum sein.

Stirb doch, Liebling, dem von Dagmar Ploetz übersetzten Debütroman der argentinischen Autorin Ariana Harwicz, fehle der rotzige Tonfall des Originals. So lautet die Einschätzung Tobias Wenzels vom NDR, der das Buch am 26.03.2019 vorstellte (hier nachzulesen).

In einer Rezension des ins Deutsche übersetzten japanischen Werkes Bekenntnisse einer Maske von Yukio Mishima (Kein & Aber, 2019) kritisiert Gustav Seibt die Übersetzung von Nora Bierich. In seinen Augen schwebe die Sprache nicht (Beitrag vom 20.02.2019 in der Süddeutschen Zeitung). Jonas Lages vom Tagesspiegel hält die Übersetzung hingegen für durchaus gelungen (Beitrag vom 22.03.2019).

In einer kurzen Stellungnahme des Börsenblatts (Beitrag vom 21.03.2019) wird die mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Übersetzerin Eva Ruth Wemme für ihre Übertragung „Verlorener Morgen“ (Die Andere Bibliothek, 2019) des rumänischen Romans von Gabriela Adameșteanu gelobt.

„Und plötzlich erklingt Baudelaire auch auf Deutsch“, bemerkt Wolfgang Matz zur Übersetzung von Ernst Fischer in einer Rezension zu dem Gedicht „Exotischer Geruch“ von Charles Baudelaire, das bereits 1947 in der Gedichtsammlung „Die schwarze Flamme“ beim Erasmus Verlag erschienen ist. Der Beitrag in der FAZ vom 08.03.2019 ist hier nachzulesen.

In einer Rezension des Gedichtbandes Gegenwart: Gedichte der slowenischen Autorin und Dichterin Maja Vidmar, erschienen bei Edition Korrespondenzen in Wien, weckt Jan Volker Röhnert Erinnerungen an den 2016 verstorbenen Übersetzer Fabjan Hafner (FAZ vom 01.03.2019).

Die Einarbeitung in neue Fachgebiete gehört zum Literaturübersetzen dazu. Für die Übertragung des norwegischen Romans von Anne B. Ragde, auf Deutsch bei btb unter dem Titel Die Liebhaber erschienen, musste sich die Übersetzerin Gabriele Haefs vor allem mit dem Bestattungswesen auseinandersetzen. In einer Rezension von Annemarie Stoltenberg (NDR / 25.02.2019) gibt Gabriele Haefs selbst kleine Einblicke in den Inhalt des Romans und die Arbeit daran.

Im Rahmen der Veranstaltung „Langer Tag der Bücher“ in Frankfurt mit rund 1000 Besuchern aus der Literaturszene war dieses Jahr zum ersten Mal auch eine Übersetzerin zu Gast. Anastasia Kamarauli sprach nicht nur über die Übertragung des Romans Der scharlachrote Wolf (FVA, 2018), sondern vertrat auch in der Lesung den bereits verstorbenen georgischen Schriftsteller Goderdsi Tschocheli, wie Laura Franz von der Frankfurter Rundschau am 18.02.2019 berichtet.

Eine Theorie unendlicher Nähe, das Lyrikbändchen der britischen Dichterin Lavinia Greenlaw zum Themenkomplex menschlicher Empfindungen, hat Wiebke Meier 2018 für Hanser ins Deutsche übertragen. Rezensentin Angela Schader bezeichnet die rätselhaften Gedichte als Herausforderung für die Übersetzerin und stimmt mit deren Textinterpretation nicht immer überein, nimmt ihr dies in ihrer Rezension vom 09.02.2019 in der Neuen Zürcher Zeitung aber keineswegs übel.

Andreas Platthaus rezensiert den neuen Roman von T.C. Boyle, Das Licht (Hanser, 2019), dessen deutsche Übersetzung dieses Mal noch vor dem Original erschien. Dirk van Gunsteren gelingt es in der deutschen Übertragung „wunderbar, die spezifisch lakonische Ironie von Boyle einzufangen“ (Beitrag in der FAZ vom 02.02.2019).

Jörg Schieke vom Mitteldeutschen Rundfunk vergleicht mehrere Übersetzungen des Gedichtzyklus’ „Les Fleurs du mal“ von Baudelaire und kommt bei Simon Werles Übertragung von 2017 zu dem Schluss: „Ja, so könnte er geklungen haben, der große Ekel, dem Charles Baudelaire sich hingab, als er vor 150 Jahren durch Paris gegeistert ist.“ (Beitrag vom 26.01.2019).

Insa Wilke lobt in ihrer Rezension über den Erzählband Stromern von Andor Endre Gelléri nicht nur den Guggolz Verlag (Preisträger der Übersetzerbarke 2016, Anm. d. Red.) für seine hervorragenden Übersetzungen, durch die der Verlag sich stets positiv hervorhebe, sondern auch die „warmherzige, angstfreie Übersetzung“ von Timea Tankó (Süddeutsche Zeitung vom 15. Januar 2019).

Für die Neue Zürcher Zeitung rezensiert und bewertet Rüdiger Görner die Gedichte des Lyrikers D.H. Lawrence sowie die „eindrückliche Übertragung“ ins Deutsche. Werner von Koppenfels habe „ebenso sinnig ausgewählt wie sinnfällig übersetzt“, heißt es im Beitrag vom 5. Januar 2019.


Übersetzer*innen über ihre Arbeit: Essays und Blogbeiträge

Stand: 30.09.2019

In einer Instagram-Story stellt Philipp vom Kanal stories.offiziell im September 2019 die Übersetzerin Pauline Kurbasik vor. Gemeinsam sprechen sie über alle möglichen Themen rund um das Alltagsgeschäft des Übersetzens. Die Story ist unter diesem Link abrufbar.

In seiner Keynote zum Internationalen Literaturpreis, der jährlich im Berliner Haus der Kulturen verliehen wird, stellt der nigerianisch-amerikanische Autor sich und seinem Publikum unter anderem die Frage, warum ein damals noch so positives Wort wie „Flüchtlingshelfer“ mit der Zeit zu einem schlechten Wort werden konnte und inwiefern das Schreiben im Allgemeinen und Übersetzungen im Speziellen anderen Menschen das Leben retten kann (Beitrag vom 22.06.2019 in Die Welt).

Auf TraLaLit, der Plattform für übersetzte Literatur, werden die fünf Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse mitsamt ihren Übersetzungen vorgestellt. Der Rezensent Felix Pütter und die Rezensentinnen Anne Maya Schneider, Debora Nischler, Freyja Melsted und Julia Rosche gehen unter anderem auf den Inhalt der Bücher ein und befragen die Übersetzer*innen zu ihrer Arbeit. Hier gelangen Sie zu den einzelnen Beiträgen über die fünf Nominierten: Karin Uttendörfer, Georg Aescht, Susanne Lange, Timea Tankó und Eva Ruth Wemme.


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Übersetzer*innen in den Medien 2018

Übersetzer*innen in den Medien 2016 und 2017

Übersetzer*innen in den Medien 2008-2015