Übersetzungpreis Rebekka: Silvia Morawetz ausgezeichnet
Foto: W. Heermann
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für langjähriges, herausragendes Übersetzen „Rebekka“ geht 2026 an die Literaturübersetzerin Silvia Morawetz, bekannt als deutsche Stimme von Joyce Carol Oates, James Herriot, Paul Harding, Ali Smith u. v. a. Seit vierzig Jahren über setzt die promovierte Anglistin, Amerikanistin und Germanistin aus dem Englischen, vornehmlich britische, US-amerikanische und kanadische Autorinnen und Autoren. Die Jury begründet die Auszeichnung u. a. mit „der Präzision, der Tongenauigkeit und der stilistischen Raffinesse“ in all den unterschiedlichen Genres, die sie den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern nahegebracht hat, ob Roman, Krimi, Erzählung, Lyrik, Essay, Jugendliteratur, Hörspiel, Biografie oder Kunstgeschichte. Mit Silvia Morawetz zeichnet die Jury nicht nur eine brillante, stilsichere Übersetzerin aus, sondern auch eine engagierte Kollegin, die sich viele Jahre lang für die Belange ihrer Berufsgruppe eingesetzt hat.
Geboren 1954 in Gera, hat Silvia Morawetz in Leipzig nach einer Ausbildung zur Elektronikfacharbeiterin Anglistik, Amerikanistik und Germanistik studiert und dort 1984 promoviert. 1988 siedelte sie nach Heidelberg über, wo sie sich von 1990 bis 1997 als Redakteurin und Herausgeberin der Zeitschrift Übersetzen engagierte. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Celle. Sie wurde mehrfach mit Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, der Länder Baden-Württemberg und Niedersachsen ausgezeichnet; für ihre Übertragung der Gedichte von Anne Sexton erhielt sie ein Stipendium vom Literarischen Colloquium Berlin.
Silvia Morawetz ist die sechste Preisträgerin nach Cornelia Holfelder-von der Tann, Maike Dörries, Regina Rawlinson, Anne Emmert und Malte Krutzsch.
Mit der “Rebekka“ ehrt der Freundeskreis zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e. V. Übersetzer:innen, die seit vielen Jahren gut, begeistert, beharrlich und häufig schlecht bezahlt Belletristik und Sachbücher übersetzen und trotz ihrer langen Titelliste zu wenig beachtet werden – unter anderem, weil die von ihnen übersetzten Bücher selten oder nie zu jenen gehören, die im Feuilleton besprochen und mit bereits existierenden Übersetzungspreisen geehrt werden. Die Wahl der „Rebekka“ obliegt einer Jury aus drei Übersetzer*innen. In diesem Jahr waren das Eva Schweikart, Regina Rawlinson und Karen Nölle.
Die Preisverleihung findet am Freitag, 20. März 2026, im Übersetzerforum der Leipziger Buchmesse statt.
Weitere Informationen auf der Website des Freundeskreises sowie in der zugehörigen Pressemitteilung zum Rebekka-Übersetzungspreis 2026.
Wir gratulieren!
(21.1.2026)