Gabriele Leupold und Marianne Gareis mit Blumenstrauß

Gabriele Leupold und Marianne Gareis, Foto: Ebba D. Drolshagen

Sie erhält den Ring, der alle zwei Jahre weitergegeben wird, für ihre Übertragungen portugiesischer, lateinamerikanischer und spanischer Prosa, darunter so unterschiedlicher Werke wie die Romane des Nobelpreisträgers José Saramago, die kurze unheimliche Prosa von Samanta Schweblin und die kalten Texte von Gonçalo M. Tavares. Auf deren Anforderungen – seien es die ausgreifenden Sätze Saramagos, die versteckten Pointen bei Schweblin oder der karge Stil der Romane von Tavares – antwortet sie reflektiert, entschlossen und mit großer Präzision. Um etwa der nuancierten und hintergründigen Erzählkunst der argentinischen Autorin ihre deutsche Version an die Seite zu stellen, hält sie Mehrdeutiges in der Schwebe und setzt an den entscheidenden Stellen klare Signale – literarische Maßarbeit.

Der Hieronymusring wurde 1979 dank der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung erstmals vergeben. Wer ihn trägt, entscheidet, an wen der Ring als nächstes weitergereicht wird. Unter den bisher Benannten waren Susanne Lange, Frank Heibert und Miriam Mandelkow. Die undotierte Auszeichnung wurde am 25. Mai 2019 auf der Jahrestagung des VdÜ von der vorherigen Trägerin Gabriele Leupold verliehen.

Zur Nachlese:
Laudatio von Gabriele Leupold
Dankesrede von Marianne Gareis