Wolfenbüttel

– Das 8. Wolfenbütteler Gespräch findet vom 17. - 19. Juni 2011 statt. –

 Bericht Wolfenbüttel 2010
 Fotos Wolfenbüttel 2010


VdÜ – Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und
wissenschaftlicher Werke e. V.
Bundessparte Übersetzer des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di


7. Wolfenbütteler Gespräch


Jahrestagung der Literaturübersetzer

vom 11. bis 13. Juni 2010



Eine Veranstaltung des VdÜ mit Unterstützung von
ver.di, der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel,
dem Deutschen Übersetzerfonds e. V. und der Stadt Wolfenbüttel





Konzept und Organisation:
Susanne Höbel, Brigitte Jakobeit, Karen Nölle,
Claudia Steinitz, Michael Zillgitt


Gestaltung des Lesefestes:
Tanja Handels und Stefanie Jacobs

 

 

Programm des 7. Wolfenbütteler Gesprächs 2010

Download: [Kompl. Programm 2010 PDFPDF]


Link Anmeldung
Link Hotelreservierung

Freitag, 11. Juni

ab 13:00 Empfang und Anmeldung

Ort: Kommisse

15:00 Begrüßung und Eröffnung der Tagung
Hinrich Schmidt-Henkel, Vorsitzender des VdÜ

Grußworte

Ort: Kommisse

15:30 „Zwischen den Zeilen. Über das Un-Angemessene der Übersetzung“.

Vortrag von Klaus Reichert

Ort: Kommisse

18:00 Gemeinsames Abendessen

Ort: Wok-In, beim Bahnhof

20:00 Lesefest

Ort: Schünemann’sche Mühle

Informationen zum Lesefest finden sich weiter unten auf der Seite. 

Anschließend: Geselligkeit in und vor der Mühle


Samstag, 12. Juni

9:30 – 12:30 Workshops A-1 bis A-8

13.00 – ca. 14:30
Lounge

Hier bietet sich allen, die sich mit Kollegen und Kolleginnen treffen möchten,
die Möglichkeit zum Plausch bei (selbst bezahlten) Getränken.

Ort: Schünemann’sche Mühle, Empore oder Garten (je nach Wetter)

13:30 Stadtführung bzw. Führung durch die Herzog-August-Bibliothek

Um vorherige Anmeldung für die gewünschte Führung wird gebeten.

Treffpunkt: vor dem Stadtmarketing (am Stadtmarkt) bzw. vor dem Bibliothekseingang

noch Samstag, 12. Juni

15:00 – 18:00 Workshops B-1 bis B-8


20:00 Verleihung des Helmut-M.-Braem-Preises

21:00 Abendessen und Party

Ort: KuBa-Halle, Lindener Straße


Sonntag, 13. Juni

10:00 Ein Autor trifft seine Übersetzer:

Wilhelm Genazino, Anne Weber (Frankreich) und Gerrit Bussink (Niederlande)
sprechen über den Roman „Liebesblödigkeit“

Moderation: Hinrich Schmidt-Henkel

Ort: Kommisse

13:00 Gemeinsames Mittagessen

Ort: Kommisse

Ende der Tagung



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Lesefest am Freitagabend – Einladung zum Mitmachen!    


Am Freitagabend findet, wie jedes Jahr, unser Lesefest in der Schünemann’schen Mühle statt. Auf vier Bühnen tragen Übersetzer und Übersetzerinnen ihre Texte vor und stellen sich den Fragen ihrer Zuhörer.

Bitte meldet Euch zahlreich, damit wir ein attraktives Programm auf die Beine stellen können!

Beginn ist 20 Uhr und das Ende, mit fließendem Übergang zu Wein im Foyer, gegen 22 Uhr.


Orte und Themen

1. Mühlenfoyer: Elfen, Geister und Vampire

Von Graf Dracula bis zur Bis(s)-Reihe, vom Erlkönig bis zu den Elben aus dem Herrn der Ringe, vom Gespenst von Canterville bis zu Otfried Preusslers Kleinem Gespenst: Geisterhafte Geschöpfe, feindselig oder freundlich, gefährlich oder gnädig, bissig, bildschön oder einfach nur unheimlich, bevölkern die Literatur quer durch alle Genres. Wir wollen ihnen in der Schünemann’schen Mühle ein Forum bieten, wo sie nach Herzenslust ihr Un-Wesen treiben können.

2. Theaterdach: . . . und seitenweise Musik

Das erste Mixtape und die erste Liebe, ein unvergessliches Konzert oder ein bewegender Opernabend, ein Song, der uns völlig unvermittelt in eine bestimmte Zeit zurückversetzt – Musik begleitet uns auf ganz unterschiedliche Art und Weise, und ebenso facettenreich sind die Arten, darüber zu schreiben. In diesem Sinne: Lasst es rocken und swingen und leise klingen!

3. Wintergarten, erster Stock: Meilensteine meiner Laufbahn

Wir haben sie alle in unserer Vergangenheit: Bücher die für uns entscheidend waren, im Guten wie im Schlechten, als Durchbruch oder unvergessliche Hürde: besonders schwierige, besonders tolle, besonders schlechte, besonders gelobte, eben irgendwie einschneidende Bücher. Und sie alle haben eine Geschichte, die sich zu erzählen lohnt. Ein Leseabend mit biografischem Beiwerk aus dem Übersetzerleben.

4. Wintergarten, zweiter Stock:
Das Wissen der Welt für jedermann – Populärwissenschaftliche Sachbücher

Wie war das noch gleich mit der Relativitätstheorie? Wer genau war eigentlich dieser Charles Darwin? Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? Und wie kommt es überhaupt dazu, dass sich das Klima verändert? Populärwissenschaftliche Sachbücher geben Einblick in die unterschiedlichsten Wissensgebiete und stellen komplexe Sachverhalte so dar, dass man kein Fachmann sein muss, um sie zu verstehen. Naturwissen­schaftliches, Geschichtliches, Politisches, Philosophisches – alles ist willkommen. Wir freuen uns auf einen ebenso lehrreichen wie kunterbunten Abend.

Für alle Lesewilligen:

Über zahlreiche Anmeldungen bis zum 30.04.2010 freuen sich Tanja Handels, Stefanie Jacobs und Karen Nölle. Bitte schickt Eure Vorschläge (konkrete Textpassagen von max. 20 Minuten) mit einer Kurzinfor­mation zu Werk und Autor per E Mail an uns drei (tanja.handels@mnet-online.de, stefanieroeder@gmx.de und mail@karen-noelle.de).


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Die Workshops


A-1 Der Spiegel, das Bild und sein Rahmen:
Verborgene und offene interkulturelle Dimensionen des Übersetzens

mit Sebastian Wohlfeil

Wie spricht ein Auswanderer in New York, der Englisch erst lernt, in der „Rückübersetzung“ in seine Muttersprache? Wie ein radebrechender Italiener oder ein farbiger Zeitungsverkäufer aus Brooklyn im deutschen Text? Und wenn dem Autor gar einfällt, die deutsche Sprache durch den Kakao zu ziehen oder dem ahnungslosen Neuankömmling Begriffe aus der Baseball-Sprache erklären zu lassen – wie verändern sich Sinn und Bedeutung eines Textes, wenn das als bekannt Vorausgesetzte und das Fremde die Rollen tauschen?

Die kulturelle Transferleistung einer Übersetzung beginnt aber nicht erst bei solchen Problemen, die im praktischen Teil des Workshops diskutiert werden sollen. Ein Eingangsreferat erklärt, was beim Übersetzen stets als „verborgene Dimension“ abläuft und warum selbst die simpelste Übersetzung dem Wesen nach Kulturtransfer sein muss.

Für Übersetzer aus allen Sprachen. Grundkenntnisse des Englischen sind hilfreich; Beispiele aus der eigenen Praxis sind willkommen.

Sebastian Wohlfeil, von der Ausbildung her Literaturwissenschaftler und Linguist, übersetzt seit mehr als 20 Jahren aus dem Englischen.


A-2 Bibel mit Karl Pichler

Immer wieder stößt man beim Übersetzen auf Bibelstellen – ob sie nun kenntlich gemacht sind oder ob es sich um indirekte oder vermutliche Zitate oder gar nur um Anspielungen auf biblische Texte handelt. Schlägt man in „der Bibel“ nach, so stellt man oft fest, dass die aufgefundene deutsche Bibelstelle etwas anderes aussagt als das angeb­liche oder vermutete Zitat derselben Stelle im Ausgangstext. Nun, der Teufel sitzt sogar beim Wort Gottes im Detail.

Für den Übersetzer „gibt“ es eben nicht „die Bibel“. Es gibt allein in der Westkirche – und damit in den westlichen Sprachen – eine ganze Reihe unterschiedlicher Bibeln, für jede Sprache mehrere Übersetzungen, mit Tausenden von unterschiedlichen „Lesarten“. Der Griff zur Bibel, die im Regal steht, führt deshalb oft in eine Sackgasse. Das muss aber nicht sein, denn es gibt einige Voraussetzungen und Regeln, die die Suche danach erheblich erleichtern, wie die fragliche Bibelstelle in ihrem Kontext verstanden werden kann und wie sie dann „rüberzubringen“ ist.

Dr. Karl Pichler, geb. 1944, studierte Philosophie und Theologie, war ab 1980 Verlagslektor und ist seit 1997 freiberuflicher Übersetzer (aus dem Italienischen, Französischen und Englischen) und Lektor.


A-3 Dinos, Ritter und Vulkane: Jugendsachbücher kindgerecht übersetzen mit Anne Emmert

Das Jugendsachbuch ist eine kleine, aber stabile Nische im Kinder- und Jugendbuchmarkt. Manche Übersetzer/innen schieben hin und wieder ein Jugendsachbuch ein, weil es dank der geringen Textmenge leicht einzuplanen ist.

Dem Verlag und den Kindern sind eine verständliche Sprache und sachlich fundierte Informationen im Zweifel wich­tiger als eine originalgetreue Übertragung. Was einen kindgerechten Sachtext ausmacht, arbeiten wir anhand von Textbeispielen (englisch und deutsch) heraus. Auch die Zusammenarbeit mit dem Lektorat und Besonderheiten der Honorarsituation kommen zur Sprache.

Für Übersetzer/innen aus allen Sprachen. Die Teilnehmer/innen sind eingeladen, eigene Texte mitzubringen.

Anne Emmert hat seit ihrer Zeit als Lektorin im Tessloff Verlag neben englischen Sachbüchern auch immer wieder Kinder- und Jugendsachbücher zum Übersetzen und Redigieren auf dem Tisch.


A-4 See me, feel me mit Ingo Herzke

Immer wieder begegnen uns im Englischen geballt Verben der Wahrnehmung, der Empfindung, des Gefühls, mit denen sich im Deutschen nur wenig anfangen lässt. Sätze wie „She felt like seeing for herself, so she looked up and watched what he seemed to be doing“ finden sich vielleicht eher in zweitrangigen Texten, aber das sprachliche Pro­blem ist nicht auf die literarische Mittelklasse beschränkt. Wie lässt sich eine Ahnung davon ins Deutsche transpor­tieren, ohne dass es umständlich und langatmig resp. künstlich und „übersetzt“ oder gar unfreiwillig komisch wirkt?

Ein Workshop mit echtem Werkstattcharakter, denn wir wollen anhand von hoffentlich zahlreichen Beispielen aus der Praxis der aus dem Englischen übersetzenden Teilnehmer gemeinsam versuchen, das Problemfeld zu kategorisieren und Lösungsstrategien zu finden.

Ingo Herzke, geb. 1966, Studium Anglistik/Geschichte in Göttingen und Glasgow, seit 1999 als Literaturübersetzer in Hamburg. Autoren u.a. Aravind Adiga, Alan Bennett, A. M. Homes, M. J. Hyland, A. L. Kennedy, Rick Moody. In den Jahren 2001 und 2006 Förderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg.


A-5 Frust und Freude mit Futilitäten (Fortsetzung): Fingerübungen für das literarische Übersetzen
mit Andreas Jandl

Nur nicht aus dem Training kommen! Was der tägliche Waldlauf für den Spitzensportler, ist das Sprachspiel für den Literaturübersetzer. In Form eines literarischen Zirkeltrainings werden wir uns dem futilen Genre annähern und im Spektrum von gepflegter Derbheit bis sanfter Subversion unsere Stärken austesten. In der Spielesammlung sind mit dabei: Schüttelreim, Limerick, Anagramm, Kalauer und einige Kostproben aus der OuLiPo-Werkstatt.

Interessenten sind herzlich eingeladen, Fundstücke oder Eigenproduktionen der oben genannten Art (1–3 Texte) vorab einzusenden.

Andreas Jandl hat Theaterwissenschaften, Anglistik und Romanistik in Berlin und Montréal studiert. Seit 2000 arbeitet er freiberuflich als Dramaturg, Festivalorganisator und Übersetzer und ist seit 2007 Redaktionsmitglied der Onlinezeitschrift www.transcript-review.org.


A-6 Was ist? Was war? Was ist/war gewesen? –
Tempusverwendung bei der Übertragung arabischer Texte mit Hartmut Fähndrich

Darüber, ob man beim arabischen (semitischen) Verbalsystem lieber von Aspekten (schon vergangen vs. noch nicht vergangen) oder doch lieber von Tempus sprechen sollte, lässt sich diskutieren. – Für Übersetzer/innen, die nicht völlig pragmatisch fürs Erzählpräteritum optieren, stellt sich immer wieder die Frage, wie viel von arabischer Zeit­perspektive ins Deutsche übernehmbar ist, ohne Leser/innen oder Lektor/innen zu überfordern oder zu provozieren. Sind Abweichungen von deutschen Tempussystem überhaupt praktikabel? Denn was im Arabischen ist, das war im Deutschen im Allgemeinen. Und was im Arabischen nur war, das ist/war im Deutschen oft längst gewesen.

Wir besprechen und probieren, was geht.

Hartmut Fähndrich unterrichtet arabische Sprache, Geschichte und Kultur an der Technischen Hochschule in Zürich und übersetzt seit 25 Jahren zeitgenössische arabische Prosa. Weiteres unter www.hartmutfaehndrich.ch.


A-7 Französisch: D'amour et d'humour (frais) mit Patricia Klobusiczky


Im Französischen reimt sich Liebe auf Humor, und diese Tatsache hat bis heute erheblichen Einfluss auf die literarische Produktion: Die Liebeskomödie zieht sich durch alle Genres und stachelt jede neue Generation von Autoren zu aberwit­zigen Verwicklungen und noch aberwitzigeren Wortspielen an. Dabei schöpfen sie aus einer langen, reichen Tradition.

Im Deutschen reimt sich Liebe bekanntlich auf etwas anderes – das offenbart den Graben, den wir beim Übersetzen möglichst elegant, spielerisch und klangvoll überbrücken sollen...

Am Beispiel ausgewählter Passagen aus Alain Monniers Roman Givrée (2006) wollen wir Wortfeldarbeit betreiben – wie bringen wir im Deutschen die Themen Liebe, Wahnsinn und Kühltechnik zusammen, die bereits im Titel anklingen? – und verschiedene Arten von Wortwitz zu übertragen versuchen. Givrée kombiniert nämlich eine fein ironisierte Liebes­geschichte mit bissiger Globalisierungssatire.

Die Passagen, die zur Vorbereitung von uns allen übersetzt werden sollen, verteile ich per Mail etwa vier Wochen vor Workshopbeginn – und nehme vorab von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen auch gern Beispiele ent­gegen, die im weitesten Sinne zum Thema passen, also Liebe und Witz verbinden.

Patricia Klobusiczky, geb. 1968, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und war zehn Jahre als Lektorin für die Rowohlt-Verlage tätig. Seit Frühjahr 2006 arbeitet sie als freie Lektorin und Übersetzerin (Französisch/Englisch).


A-8 Nach Abgabe fängt die Arbeit an. – Wie Sie Ihrer Übersetzung zum Erfolg verhelfen
mit Tim Jung

In diesem Workshop soll gemeinsam erarbeitet werden, wie der Erfolg von Übersetzungen nach deren Abgabe beför­dert werden kann. Damit richtet sich dieser Workshop an alle Übersetzerinnen und Übersetzer, die sich nicht nur als Textlieferanten, sondern auch als wichtige Schnittstelle zwischen Buch und Öffentlichkeit verstehen. – In einem ersten Schritt werfen wir einen Blick hinter die Verlagskulissen, zum einen auf die Bereiche, in denen Übersetzer – oft ohne es zu wissen – bereits eine wichtige Rolle spielen, zum anderen auf Strategien zur Vermarktung und Vermittlung.

In einem zweiten Schritt werden wir anhand von Fallbeispielen erarbeiten, wie Übersetzer diese Verlagsstrategien eigen­ständig professionell erweitern und ergänzen und bestenfalls sogar initiieren können. Dabei wird es z.B. darum gehen, warum ein öffentliches Übersetzer-Profil von Vorteil ist und wie man sich ein solches schafft; wie man die Presse auf sich und „seinen“ Autor aufmerksam macht – und wie man mit der eigenen intimen Textkenntnis das Marketing auf Touren bringt.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gebeten, jeweils eine Idee oder ein Beispiel für ein Engagement jenseits der Textarbeit (eigene Aktivitäten oder die von Kolleginnen und Kollegen) einzubringen. Schicken Sie mir Ihr Beispiel bitte vorab an: t.jung@vgo-arche-atrium.de.

Tim Jung hat als Literaturagent bei der Eggers & Landwehr KG gearbeitet, war von Verlagsgründung bis 2008 Lektor beim marebuchverlag und ist seitdem Programmleiter der Verlage Arche und Atrium.

B-1 Mäßiger? Anfeurer? Mittler? – Annäherungen ans Moderieren mit Hinrich Schmidt-Henkel


Nicht nur für die Veranstaltungen der Weltlesebühne (früher: „Übersetzer packen aus“) besteigen immer mehr Übersetzende als Moderatoren/innen die Lesungspodien. Was zeichnet eine gute Moderation aus? – Was sind typische Pannen und wie gehe ich mit ihnen um? – Einsatz von Körpersprache. – Die gute Vorbereitung, und die zu gute – Lesen – Dolmetschen: Diese und andere Themen stehen im Mittelpunkt des Workshops. Als Vorbereitung wird erbeten: Ablaufplanung einer Autorenlesung (ein von dem oder der Teilnehmer/in übersetztes Buch und dessen Autor – oder Präsentation eines/r Übersetzer/in und seines/ihres Buchs/Werks – eine DIN-A4-Seite) und die Bereitschaft, den Anfang dieser imaginären Lesung life vor den Workshopteilnehmer/innen zum Besten zu geben.

Hinrich Schmidt-Henkel, Berlin, geb. 1959. Literarischer Übersetzer seit 1987 und seit 1990 Moderator bei Lesungen, Diskussionen, Symposien für Literaturhäuser, Theater und andere.



B-2 Hwang Ji Du Li – Goldener Hahn auf einem Bein mit Hartmut Riedel

Einfache Bewegungsübungen aus dem Taiji/Qigong, die alle sofort mitmachen können. Diese langsamen Übungen entspannen und stärken, erfrischen, schenken Gelassenheit und regulieren Atmung und Pulsschlag. Ich werde dabei speziell auf die Bedürfnisse von „Schreibtischtätern“ eingehen und Übungen für die Augen, den Nacken, die Schultern und den Rücken vorstellen. Bitte lockere Kleidung und bequeme Schuhe mitbringen.

Hartmut Riedel hat Taijiquan und Qigong während eines sechsjährigen Taiwan-Aufenthalts bei Meister Sun Shau Jyou erlernt und bildet sich ständig weiter fort, z. B. bei Wee Kee Jin. Seit 1985 unterrichtet er – und das nach wie vor mit großer Freude.


B-3 O tempora, o modi! mit Eveline Passet


Wie sprungreich kann ich zwischen indirekter, direkter und erlebter Rede hin- und herwechseln, und wie rasant zwischen Präsens und Vergangenheit? Ist „wäre“ für „sei“ und „hätte“ für „habe“ stets verdammungswürdig? Gibt es Doppeltes Perfekt und Doppeltes Plusquamperfekt nur in den südlichen Dialekten und nur als Phänomen der Münd­lichkeit? In welchem Spannungsverhältnis stehen Präteritum und Perfekt zueinander? Hat das Futur immer auch eine modale Tönung? Wo darf oder muss das Modalverb stehen? ...

Fragen über Fragen – und keine definitive Antwort, nirgends, auch nicht in den einschlägigen universitären For­schungsarbeiten. Doch wie sich das komplexe Ineinandergreifen von Tempus, Aspekt und Modus in der Praxis gestaltet, das lässt sich – zum Beispiel – anhand geschriebener Texte aus dem 19. und 20. Jahrhundert besprechen.

Die Teilnehmer (Übersetzer aus allen Sprachen) erhalten vorab einen Übungstext, der vor der Tagung an Eveline Passet zurückzusenden ist.

Eveline Passet ist Literaturübersetzerin (Französisch, Russisch) und Rundfunkautorin. Seit 2005 organisiert und moderiert sie zusammen mit Gabriele Leupold eine Fortbildungsreihe zur Geschichte der deutschen Literatursprache.



B-4 Noch Denglisch oder schon Deutsch? mit Eike Schönfeld

Seit Jahrzehnten dringen Amerikanismen (denn so sollte man sie eigentlich nennen) in unsere Sprachlandschaft, sei es in Gestalt übernommener englischer Begriffe („cool“), mehr oder weniger wörtlich übertragener Wendungen („Kollate­ralschaden“) oder syntaktischer Eigenheiten („die Bush Administration“). Als Sprachschöpfer und -pfleger müssen wir uns alle – nicht nur die Übersetzer aus dem Englischen – dazu verhalten, müssen uns überlegen, ob, wo und wann wir, zugespitzt gesagt und rein sprachlich natürlich, Amifreunde oder -feinde sein wollen. In diesem Workshop – früher hieß das noch „Werkstatt“ ;-) – wollen wir eine Art Stimmungsbild zur Präsenz von Amerikanismen erstellen. Brauchen wir ein „Reinheitsgebot“ für unsere Arbeit? Wann sind Begriffe wie „Sinn / keinen Unterschied machen“ eingebürgert, ab wann brauchen wir sie nicht mehr zu „schneiden“? Was sagt die übersetzerische Vernunft?

Die Teilnehmer (Übersetzer aus allen Sprachen) werden gebeten, Anglizismen in deutschen (gern auch literarischen) Texten aller Art mitzubringen.

Eike Schönfeld übersetzt seit gut 25 Jahren englischsprachige Literatur und beschäftigt sich immer mal wieder mit diesem Thema.


B-5 Übungen zur Darstellung der eigenen Übersetzungsarbeit II mit Annette Kopetzki

Ob wir uns für ein Stipendium bewerben, dem Lektorat einen erläuternden Kommentar zu unserer Übersetzung schicken oder im Lektoratsgespräch Entscheidungen begründen, ob wir bei Lesungen Publikumsfragen beantworten, uns untereinander austauschen oder gar ein Nachwort zu unserer Übersetzung schreiben – die Anlässe, unsere Arbeit darzustellen, sind so mannigfaltig wie wichtig. Im vorigen Jahr hat der Workshop anhand sehr unterschiedlicher Übersetzernachworte Grundzüge dieser Selbstdarstellung erarbeitet (Aufbau, Funktion von Beispielen, Abstraktions­grad, konzeptuelle Begriffe). Die Ergebnisse werden vorgestellt. Im zweiten Teil wollen wir gezielt auf die jeweiligen Bedingungen der spezifischen Anlässe eingehen – die wir vermehrt schaffen und stärker nutzen sollten.

Die Teilnehmer werden gebeten, einen kurzen Text mitzubringen, der für eine Bewerbung, für das Lektorat, für eine Lesung, aber auch als Nachwort, als Preisrede oder für andere Gelegenheiten verfasst wurde, bei denen die Über­setzungsarbeit sichtbar werden muss.

Annette Kopetzki übersetzt seit zwanzig Jahren Belletristik, Lyrik und Sachbücher aus dem Italienischen.


B-6 Nennt mich Schreibgott – Literaturwerkstatt für Übersetzer mit hohen Zielen mit Olaf Kutzmutz


„Was die können, kann ich schon lange“, sagt der Übersetzer, wenn er übersetzt. „Nur fehlt mir die Zeit fürs eigene Schreiben ... lost in translation halt.“ Einen Nachmittag lang soll alles anders sein: Wir machen uns auf den Weg, selbst Schreibgott zu werden, und erfinden zur Einstimmung einen Roman. Die restliche Zeit nutzen wir für weitere literarische Übungen und das Gespräch über unsere Texte.

Zielgruppe: Übersetzer, die beschleunigt denken und dichten.

Olaf Kutzmutz ist Programmleiter Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.


B-7 Profirecherche im Internet mit Josef Haverkamp


Wer etwas im Internet sucht, findet viel – oftmals viel zu viel. Hunderttausende Fundstellen bietet beispielsweise die Suchmaschine Google dann, aber trotzdem ist es schwierig, genau das zu finden, was für die Übersetzung gerade benötigt wird. Die Internetrecherche (Suchstrategien), die Verwaltung wichtiger Webadressen und die Dokumentation der Recherche lassen sich aber so optimieren, dass sie keine extremen Zeitfresser sind.

Zielgruppe: Alle, die im Internet Informationen suchen.

Josef Haverkamp ist freier Journalist (WDR, Fachmagazine), Referent für Seminare zu PC-Nutzung, Datenschutz und Öffentlichkeitsarbeit für Übersetzer/innen („Profi- Recherche“ und „Den Übersetzer-PC sinnvoll einrichten und nutzen“). Neueste Buchveröffentlichungen: „Der sichere Betriebsrats-PC“ (Bund-Verlag) und „Das digitale Schnippel­buch“ (VSA-Verlag).


B-8 Sachgerecht und entspannt verhandeln mit Helga Pfetsch

Schon vor dem Übersetzen der ersten Seite werden wichtige Weichen gestellt: Im Verhandlungsgespräch mit dem Auftraggeber entscheidet sich sowohl, welche Honorare später in der Kasse klingeln, als auch, welche Atmosphäre die Zusammenarbeit bestimmen wird.

Zum Erfolg des Gesprächs tragen gute Vorbereitung, innere Entspanntheit und Kreativität bei – und alle drei lassen sich lernen.

Ziel des Workshops ist es, die Voraussetzungen erfolgreichen Verhandelns zu erkennen, in Ansätzen zu üben und Anregungen für zielführendes Verhalten mitzunehmen.

Für Übersetzer aus allen Sprachen.

Helga Pfetsch ist Übersetzerin aus dem Englischen und (aktueller Schwerpunkt) Trainerin und Coach. Sie war viele Jahre im Vorstand und als Vorsitzende des Übersetzerverbandes tätig.


 

WISSENSWERTES

Anmeldung

Bitte melden Sie sich – möglichst per E-Mail – bei Michael Zillgitt an: mzillgitt@t-online.de. Für die Anmeldung per E-Mail muss kein Formular mitgeschickt werden. Das im kompletten Programm (PDF, S. 10) enthaltene Formular ist nur für die postalische Anmeldung gedacht.


Bitte geben Sie bei der Anmeldung unbedingt die Nummern der Workshops an, an denen Sie teilnehmen möchten (für den Vormittag zwei Präferenzen aus A1–A8, für den Nachmittag zwei Präferenzen aus B1–B8). Die Workshopleiter informieren Sie rechtzeitig vor Tagungsbeginn, an welchem Workshop Sie teilnehmen.


Anmeldeschluss ist der 30. April 2010.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, können wir auch bei Anmeldungen, die vor dem Anmeldeschluss eingehen, die Teilnahme nicht garantieren.

Tagungspauschale

Die Teilnahme an der Tagung inklusive 2  Abendessen und 1  Mittagessen (siehe Programm) kostet:

für Mitglieder und Kandidaten der Bundessparte
Übersetzer / VdÜ, VS, ver.di, BDÜ, AdÜ-Nord, Bücherfrauen

oder der Österreichischen Übersetzergemeinschaft     60 €

für Nichtmitglieder   120 €


Die Tagungspauschale ist zu überweisen an:
Michael Zillgitt, Konto Nr. 364 541 602, Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60


Stornogebühren

Ab dem 10. Mai 2010 wird eine Stornogebühr von 50 % und ab dem 20. Mai 2010 von 100 % der Tagungspauschale erhoben, sofern der Platz nicht anderweitig vergeben werden kann.


Hotelreservierung

Die Hotelreservierung erfolgt individuell durch die Teilnehmer. Eine Liste von Hotels ist auf der letzten Seite abgedruckt. Bitte geben Sie bei der Reservierung das Kennwort „VdÜ“ an.


Anreise

Per Bahn: über Braunschweig nach Wolfenbüttel.

Fahrkarten zu besonders günstigen Sonderpreisen können ab 15.3. erworben werden.

Per Auto: Von Norden, Westen oder Osten über die Autobahnen A 2/A 391 (Kreuz Braunschweig-Nord), A 391/A 39 (Dreieck Braunschweig-Südwest), A 39/A 395 (Kreuz Braunschweig-Süd) und A 395.

Von Süden oder Westen über die Autobahnen A 7/A 39 (Dreieck Salzgitter), A 39, Abfahrt 18 (Salzgitter-Watenstedt) in östliche Richtung auf der Schnellstraße (L 495) nach Wolfenbüttel.

Von Südosten über die Bundesstraße B 79.


Empfang

Am Freitag, 11. Juni, erhalten Sie ab 13:00 Uhr in der Kommisse im Stadtzentrum von Wolfenbüttel, Kommissstraße 5, Ihre Begrüßungsmappe und Ihr Namensschild. Am Samstag steht von 09:00 bis 13:00 das Stadtmarketingbüro, Stadtmarkt 7, für Informationen bereit.


Bibliotheksführung bzw. Stadtführung

Geben Sie Ihren Teilnahmewunsch bitte bei der Anmeldung an.

 

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UNTERKÜNFTE


Für die Unterbringung haben wir in folgenden Hotels kostengünstige Kontingente reserviert, die Sie unter dem Kennwort „VdÜ“ buchen können (Option bis 1. Mai 2010):

Unterkunft Telefon Preise Ü/F in €uro
pro Nacht
Lage
Parkhotel „Altes Kaffeehaus“***

Harztorwall 18, 38300 Wolfenbüttel

05331-8880 65,00 EZ / 85,00 DZ Zentrum
Hotel Tulip Inn Wolfenbüttel***

Bahnhofstr. 9, 38300 Wolfenbüttel

05331-98860 60,00 EZ / 75,00 DZ Zentrum/Bahnhof
Hotel Garni „Landhaus Dürkop“***

Alter Weg 47, 38302 Wolfenbüttel

05331-7053 53,00 EZ / 80,00 DZ 10 Fußmin. zum Zentrum
Hotel „Bayrischer Hof“ 1

Brauergildenstr. 5, 38300 Wolfenbüttel

05331-5078 52,00 EZ / 77,00 DZ Zentrum
Hotel Garni „Gaststätte Sultan“

Rosenmüllerstr. 8, 38304 Wolfenbüttel

05331-1467

28-38 EZ / 48-60 DZ

5 Fußmin. zum Zentrum

Gästehaus Werner

Dr.-Heinrich-Jasper-Str. 42, 38304 WF

05331-27188 30,00 EZ / 50,00 DZ

70,00 App.

5 Fußmin. zum Zentrum

Hotel Forsthaus Werner

Neuer Weg 5, 38302 Wolfenbüttel

05331-27188 50,00 DZ /70,00 App. 5 Fußmin. zum Zentrum


1 Bitte lassen Sie sich vom Bayrischen Hof die Reservierung schriftlich bestätigen. In den letzten Jahren gab es gelegentlich Schwierigkeiten. zurück


Die Schünemannsche Mühle ist bereits ausgebucht.


Außerdem gibt es über 40 Ferienwohnungen und einige Privatzimmer in Wolfenbüttel, die gern auch für zwei Tage vermietet werden. Infos dazu auf der Internetseite www.wolfenbuettel-tourismus.de.

Stadtplan Wolfenbüttel


Bitte beachten:

Die Ziffern im Stadtplan entsprechen nicht den aufgeführten Hotels oder im Programm angegebenen Orten.

 

 

Ein Rückblick auf Wolfenbüttel 2009:
- Programm 2009
- Bericht und Fotos 2009 

 

 

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