Protestkampagne: „Uns reicht’s – weil es nicht reicht“
Die Literaturübersetzerinnen Lisa Kögeböhn und Barbara König haben für den heutigen Hieronymustag alle Kolleg*innen zu einem Protest bei Instagram aufgerufen. Der Protesttext im Wortlaut:
„Die prekäre Einkommenssituation von Übersetzenden wollen und können wir nicht länger hinnehmen!
Am Umsatz der Verlage haben wir einen wesentlichen Anteil, schließlich ist etwa jede 6. Neuerscheinung eine Übersetzung ins Deutsche. Dennoch erwirtschaften wir weniger als ein Drittel des deutschen Durchschnittseinkommens. (Quelle: VdÜ)
So kann es nicht weitergehen.
Immer mehr von uns geben ihren Beruf auf oder leben in immer prekäreren Verhältnissen, immer wieder wird auf unsere Situation hingewiesen, wie zuletzt durch die Studie des VdÜ zur Einkommenssituation, über die im März dieses Jahres sowohl im Buchmarkt als auch im Börsenblatt berichtet wurde.
Und es ändert sich: nichts!
Wir fordern ein Mindesthonorar von 30 € pro Normseite und eine Verkaufsbeteiligung ab dem 1. Exemplar. Derzeit liegt unser durchschnittliches Honorar bei 19,27 € – und unser durchschnittliches Jahresbrutto (!) bei knapp 20.000 €. Viele Kolleg*innen bekommen nur 15 € oder sogar 13 € pro Normseite. Davon können wir schlicht nicht leben. Wir fordern eine gerechte Entlohnung für alle Literaturübersetzer*innen!“
Bereits eine Woche nach dem Aufruf hatten sich über 100 Übersetzer*innen gemeldet, die bei der Aktion mit eigenen Fotos und Statements mitmachen wollten.
Zum Instagram-Account mit allen Beiträgen geht es hier.
(30.9.2026)