Paul-Celan-Preis 2026: Stefan Moster geehrt
Foto: Mathias Bothor
Der mit 25.000 Euro dotiere Paul-Celan-Preis geht 2026 an Stefan Moster.
Aus der Begründung der Jury: „[Moster rückt] bedeutende Texte, etwa von Mirkka Rekola, Jouni Inkala, Petri Tamminen, Hannu Raittila, Rosa Liksom, Sofi Oksanen, Pajtim Statovci oder Daniel Katz, vom nordöstlichen Rand Europas in unseren Gesichtskreis. In Stefan Mosters Übertragung werden sie zu einer Bereicherung der deutschsprachigen Literatur.“
Speziell gewürdigt wird Mosters Übersetzung von Volter Kilpis Zur Kirche, nach Im Saal von Alastalo der zweite Band der Schärentrilogie, den Moster übertragen hat. „Die wichtigste Rolle im Roman spielt indessen seine funkelnde, fantasiestrotzende, klangvolle Sprache, die Stefan Moster mit fulminanter Erfindungsenergie übertragen hat. In einem nie zuvor gelesenen Deutsch – von barocker Üppigkeit, mit ausufernden, endlosen, geschmeidigen Sätzen, übersprudelnd von Wortneuschöpfungen – führt er aufs Kirchboot und übers Meer und lässt, auch durch seine präzise recherchierte Terminologie zu Fischerei, Bootsbau und Landwirtschaft, am längst vergangenen Kosmos der Schärenbewohner und ebenso an den Gedanken und Empfindungen zahlreicher Bootspassagiere teilhaben.“
Der Preis wird am 26. November 2026 im Literarischen Colloquium Berlin vergeben.
Mehr Informationen zum Paul-Celan-Preis und dem diesjährigen sowie den früheren Preisträger*innen finden sich auf der Website des Deutschen Literaturfonds.
Wir gratulieren herzlich!
(6.8.2026)