Die Übersetzerbarke
Der 2004 erstmals ausgelobte Preis wird vom Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) an übersetzerfreundliche Verleger oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen.
In Sachen Übersetzernennung, Vertragsgestaltung und anderen Fragen, die den Umgang mit unserem Berufsstand betreffen, gibt es im Verlagswesen und der Presse etliche schwarze Schafe und viele graue Mäuse, aber auch ein paar leuchtende Beispiele. Um das Gute zu fördern, ist die undotierte Auszeichnung in Form eines Kunstwerks geschaffen worden, das für das Übersetzen in seiner konkreten wie übertragenen Bedeutung steht.
Bisherige Preisträger:
2008 Dörlemann-Verlag
2007 Denis Scheck
2006 Dr. Maike Albath
2005 Unionsverlag (Zürich)
2004 marebuchverlag (Hamburg)
2008: Dörlemann-Verlag
Die Übersetzerbarke des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) geht diesmal an den Dörlemann-Verlag.
Begründung der Jury: "Die Verlegerin Sabine Dörlemann wagt es, weniger bekannte, aber erstklassige ausländische Autoren und weniger bekannte Werke renommierter internationaler Schriftsteller zu publizieren, vertraut sich also seit Bestehen ihres Verlages den Übersetzern an. Zum Beweis ihrer hohen Wertschätzung für deren Kunst hat sie es sich zum Prinzip gemacht hat, die von ihr Auftrag gegebenen Übersetzungen kompetent zu betreuen, fair zu bezahlen und ihren Teil für deren angemessene Würdigung zu leisten."
Die Jury: Kristian Lutze, Christa Schuenke, Claus Varrelmann
Die Übersetzerbarke 2008 wurde am 15. Oktober im Rahmen der Eröffnung des Übersetzerzentrums auf der Frankfurter Buchmesse überreicht:

Die Verlegerin Sabine Dörlemann mit der Übersetzerbarke
2008
(Foto: Nurettin Cicek)
2007: Denis Scheck
Am 10. Oktober wurde die Barke 2007 bei der Eröffnung
des Übersetzerzentrums auf der Frankfurter Buchmesse an den Literaturkritiker
Denis Scheck überreicht. Die Laudatio hielt
Gerlinde Schermer-Rauwolf, Vorsitzende des VdÜ.

Denis Scheck (Foto: Nurettin Cicek)
Begründung: "Der Literaturkritiker Denis Scheck erhält die Übersetzerbarke 2007 für sein anhaltendes, nicht nur von Sachkenntnis getragenes, sondern auch mit Witz und Charme vorgetragenes Engagement für die Belange der Literaturübersetzer, insbesondere in deren langjähriger Auseinandersetzung mit den Verlagen um eine angemessene Vergütung ihrer Arbeit.

Gerlinde
Schermer-Rauwolf überreicht die Barke an Denis Scheck (Foto:
Nurettin Cicek)
Der Preis: Die Barke 2007 wurde von dem Berliner Künstler Ralf Behrendt gestaltet. Komponenten dieser Arbeit sind eine verfremdete fotografische Vorlage (Digitalfoto einer Reihe von Ruderbooten), textliche Elemente (Auszüge aus der "Vulgata", der ersten Bibelübersetzung ins gesprochene Latein von Hieronymus, dem Schutzheiligen der Übersetzer, sowie Fragmente von Zufallstexttafeln aus einem Kinderspiel und gedruckte Farbflächen zur Akzentuierung. Durch das sich überlagernde lasierende Übereinanderdrucken dieser Elemente mit unterschiedlichsten Betonungen entstehen Variationen einer Grafik, die sowohl den Fluss der Worte, als auch die Strömung, gegen die es ans Ziel zu gelangen gilt, thematisieren.
Die Jury: Nathalie Mälzer-Semlinger, Christa Schuenke, Kristian Lutze

Preisträgerin Dr. Maike Albath (li.) und Gerlinde
Schermer-Rauwolf, Vorsitzende des VdÜ (re.)
(Foto: Thomas Wollermann)
2006: Dr. Maike Albath
Am 4. Oktober wurde die diesjährige Barke bei der Eröffnung des Übersetzer-Zentrums auf der Frankfurter Buchmesse an die Berliner Kritikerin Dr. Maike Albath verliehen. Die Laudatio hielt Gerlinde Schermer-Rauwolf, Vorsitzende des VdÜ.
In ihrer Dankrede gab Dr. Maike Albath ihrer Freude über den Preis
Ausdruck und betonte noch einmal die Bedeutung der Literaturübersetzer
für die Buchkultur. Sie würdigte insbesondere die Hingabe und Ernsthaftigkeit,
mit der sie, ganz im Gegensatz zu dem hektischen, oft oberflächlichen
Betrieb der Buchbranche, ihrer Arbeit nachgingen. Dieser Einstellung fühle
auch sie als Rezensentin sich verpflichtet - eine implizite Aufforderung
an ihre Kollegen, häufiger und eingehender auch den Beitrag der Literaturübersetzer
zum literarischen Leben kritisch zu begleiten.
(Foto: Thomas Wollermann)
Die Jury:
Nathalie Mälzer-Semlinger, Christa Schuenke, Kristian Lutze und Thomas Stegers.
Der Preis:
Die Übersetzerbarke 2006, gestaltet von der Berliner Künstlerin Inka Gierden.
(Foto: Thomas Wollermann)
2005: Unionsverlag (Zürich)
verliehen am 19. Oktober 2006 bei der Eröffnung des Übersetzerzentrums auf der Frankfurter Buchmesse von der Vorsitzenden des VdÜ Gerlinde Schermer-Rauwolf an den Leiter des Unionsverlags Lucien Leitess (Foto).
Begründung:
Der VdÜ würdigt die beispielhaft ausführliche Vorstellung von Übersetzern
in den Vorschaukatalogen und Presseinformationen sowie auf den Internetseiten
des Verlages. So werden Literaturübersetzerinnen und –übersetzer
als Urheber angemessen wahrgenommen und öffentlich sichtbar gemacht, eine
Praxis, die Vorbild für alle Verlage sein könnte.
Die Jury:
Gabriele Leupold, Kristian Lutze, Christa Schuenke und
Thomas Stegers.
(Foto: Thomas Wollermann)
Der Preis
Die Barke wurde von der Berliner Künstlerin Susanne Rosin gestaltetet und besteht aus einer Fotoserie von künstlerisch verfremdeten Übersetzerschreibtischen in einer Mappe, die zugleich die Bauanleitung für ein Pappschiff darstellt.

(Foto: Thomas Wollermann)
2004: marebuchverlag (Hamburg)
verliehen am 7. Oktober 2004 im Übersetzerzentrum der Frankfurter Buchmesse von der Vorsitzenden des VdÜ Helga Pfetsch an den Leiter des marebuchverlags Nikolaus Hansen (Foto).
Begründung: Der Verband honoriert eine in diesem Haus übliche Form der Übersetzernennung, wie sie sich die Literaturübersetzer und –übersetzerinnen seit langem bei allen Verlagen wünschen und wie sie ihrem Status als Urheber angemessen ist: Der Verlag weist in beispielhafter Form auf die Übersetzer seiner ausländischen Titel hin. Deren Name erscheint auf Einband und Titelseite. Darüber hinaus wird eine Kurzbiografie des Übersetzers abgedruckt – neben der des Autors.

(Foto: Thomas Wollermann)
Der Preis
Das Objekt aus dem Holz des Holunderbaumes, der Lieblingspflanze des Hippokrates, stammt aus der Werkstatt des Münchner Künstlers Wolfgang Z. Keller.