Das gestreckte Satzgefüge: Ein syntaktisches Kennzeichen der Literatursprache vom 18. bis zum 21. Jahrhundert

Eine ganztägige sprachübergreifende Fortbildung für literarische Übersetzer und andere Interessierte.

Veranstaltet vom Literarischen Colloquium Berlin und moderiert von Gabriele Leupold und Eveline Passet.

„Ein Tierbändiger wurde eines Abends vor den Augen der Leute, die gekommen waren, um sich die Vorstellung anzusehen, von seinem Löwen, einem Prachtexemplar, angegriffen und so furchtbar zugerichtet, dass er, nachdem man ihn aus den Tatzen des Ungetüms befreit hatte, nur noch einen letzten überaus traurigen Blick auf seine Frau und auf seine Kinder …“ – und der Satz ist noch nicht zu Ende. Haben wir heute noch den langen Atem, so zu schreiben? Oder sind Sätze wie dieser von Robert Walser bei der derzeit modischen Parzellierung von Informationen obsolet geworden?

Britt-Marie Schuster, die in Paderborn Jüngere Sprachgeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert und Historische Syntax lehrt, wird uns in einem Überblicksvortrag die Satzperiode und ihre Verwendung im Alltag, in der Kanzleisprache und schließlich als literarisches Stilmittel vorstellen. Im Anschluss daran wird es die Möglichkeit zur Teilnahme an einer – passend zum Gegenstand ebenfalls längeren – Werkstatt zum Thema geben.

Veranstaltungsdatum und -ort: 31.1.2014, 10:00 – 18:00 Uhr, Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin

Der Eintritt ist frei, 10 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen.

Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619.