Appell der Literaturübersetzerverbände an die Schriftsteller in aller Welt


„Autoren und Übersetzer sind natürliche Verbündete“ (Gordon Fielden) - diese Tatsache wollen die im Internationalen Übersetzerverband (FIT) organisierten Literaturübersetzerverbände nutzen: Mit einer öffentlichen Erklärung appellieren Literaturübersetzer und Literaturübersetzerinnen an die Autoren der Welt, sich bei Verlagen und Agenturen für faire Geschäftsbedingungen für ihre Übersetzer einzusetzen:

- Professionelle Übersetzungsverträge auf der Grundlage des Urheberrechts
- angemessene Vergütung und
- ausreichend Zeit, um qualitätvoll übersetzen zu können.

Der VdÜ unterstützt diesen Appell an die Schriftsteller und schlägt seinen Mitgliedern vor, „ihren“ Autoren diese Erklärung vorzulegen und sie um ihre Unterschrift zu bitten.

Im Internationalen Übersetzerzentrum auf der Frankfurter Buchmesse 2004 soll die Liste der Unterzeichner der Presse und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bitte schicken oder faxen Sie die von „Ihrem“ Autor unterzeichnete Erklärung an:

VdÜ/Bundessparte Übersetzer
z.Hdn. Friederike Hausmann
Brunhildenstr. 14
80639 München
Fax 089-17 45 81

Klicken Sie zum Herunterladen der Erklärungstexte auf:

[ ERKLÄRUNG (deutsch) DOC-Datei ] [ ERKLÄRUNG (deutsch) PDF-Datei ]
[ MANIFESTO (englisch) DOC-Datei ] [ MANIFESTO (englisch) PDF-Datei ]
[ DECLARACIÓN (spanisch) DOC-Datei ] [ DECLARACIÓN (spanisch) PDF-Datei ]
[ DÉCLARATION (französisch) DOC-Datei ] [ DÉCLARATION (französisch) PDF-Datei ]
[ DICHIARAZIONE (italienisch) DOC-Datei ] [ DICHIARAZIONE (italienisch) PDF-Datei ]
[ APPELL (norwegisch) DOC-Datei ] [ APELL (norwegisch) PDF-Datei ]

Formulare in weiteren Sprachen werden demnächst hier erscheinen.



ERKLÄRUNG DER LITERARISCHEN ÜBERSETZER
EIN APPELL AN DIE SCHRIFTSTELLER

Veröffentlicht vom Komitee der Literarischen Übersetzer (FITLIT) im Internationalen Verband der Übersetzer (FIT)

Literarische Übersetzungen eröffnen den nationalen Literaturen einen internationalen Wirkungsraum. Das in nur einer Sprache gefangene Schreiben kann freigesetzt und in der ganzen Welt, über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, gelesen werden.

Die Kunst des literarischen Übersetzens ist ein Kommunikationsakt ganz spezifischer Art. Sie verlangt schöpferisches Vermögen und gediegene Fachkenntnisse in zumindest zwei Sprachen und Kulturen sowie die Fähigkeit, in der eigenen Sprache die Stimmen vieler verschiedener Autoren wiederzugeben. Sie ist eine Kunst, die angemessene Zeit und Vergütung sowie professionelle Anerkennung erfordert.

Im Verlagsgewerbe sieht sich das Übersetzen allzuoft unter den Gesichtspunkt niedrig zu haltender Kosten und knapper Vermarktungstermine gestellt. Damit werden jedoch die beruflichen Erfordernisse der Übersetzer ignoriert, deren Aufgabe es ist, Texte von hoher Qualität zu produzieren. In vielen Ländern wird von den Übersetzern erwartet, Romane oder Theaterstücke in äußerst knapp bemessener Zeit zu übertragen, ohne angemessene Verträge, ohne gesicherte Urheberrechte, ohne Tantiemen oder eine Bezahlung, von der sie wenigstens annähernd auskömmlich leben können.

Es liegt im Interesse der Schriftsteller (sowie ihrer Agenten und Verleger), dafür zu sorgen, daß die Übersetzer ihre Arbeit unter professionellen Bedingungen ausführen können. Wenn sie Unterstützung für ihre Kunst erhalten, hilft ihnen das, beim Übersetzen die Qualitäten des Originals angemessen wiederzugeben.
Dies liegt auch im Interesse der Leser, es wird das Lesen und die literarische Bildung in der ganzen Welt fördern. In vielen Ländern machen Übersetzungen mehr als fünfzig Prozent aller Publikationen aus. Die Qualität von mehr als der Hälfte des dort Gelesenen ist also abhängig von den sprachgestalterischen Fähigkeiten der Übersetzer und ihren professionellen Bedingungen.

Wir bitten Sie als Schriftsteller, diese Erklärung zu unterstützen. Sie wird auf Buchmessen und anderen kulturellen Veranstaltungen verbreitet und den Regierungen überall in der Welt vorgelegt werden.
Wir brauchen:

 •  Professionelle Verträge mit gesicherten Urheberrechten und angemessener Vergütung für die Übersetzer
 •  Terminvorgaben, die den Übersetzern genug Zeit lassen, um die notwendigen Recherchen vorzunehmen und den Text in guter Qualität zu erschaffen
 •  Schriftsteller, die – zusammen mit ihren Agenten und Verlegern – ihr Bestes tun, um die genannten Forderungen durchzusetzen



A LITERARY TRANSLATORS MANIFESTO
AN APPEAL TO WRITERS


from the Literary Translation Committee of the International
Federation of Translators
(FITLIT)


Through literary translation national literatures become international and writing trapped in a single language can be released and read throughout the world across linguistic and cultural borders.

The art of literary translators is a unique act of communication that demands a creative and scholarly knowledge of at least two languages and cultures and the ability to write in the language of translation in the voices of many different writers. It is an art which requires proper time, remuneration and professional recognition.

Too often in the cut-and-thrust of the publishing industry, translation is seen in terms of costs and keeping costs down or of the need to meet deadlines set for marketing and promotion. This is to ignore the professional needs of translators if they are to produce translations of high quality. In many countries translators are expected to translate novels or plays in a month without proper contracts, copyright on their translations, royalties or pay that give even a semblance of a living wage or encourage professionalism.

It is in the interest of writers (and their agents and publishers) to ensure their translators get professional conditions to carry out their translation and fair remuneration. Such support for the art of translators helps them professionally to produce translations of high quality. As a writer, do you want to be well translated? Then, sign and support this manifesto!

This is in turn in the interest of readers and promotes an enthusiasm for reading and literacy throughout the world. In many countries, over fifty per cent of what is published is in translation. All writers develop as writers by reading work in translation. Therefore the quality of over half of what is read in some countries depends on the writing abilities of translators and their professional conditions. All writers develop as writers by reading translations

Yet at the recent Frankfurt Book Fair, the German Secretary of State for Culture castigated publishers for often paying their translators less than office cleaning staff.

We ask you as writers to support this manifesto which will be presented at Book Fairs and cultural events and to governments throughout the world.

We need:

 •  Professional contracts with copyright and royalties for translators
 •  Deadlines which give translators the necessary time to research, write and edit their translations
 •  Writers - with their agents and publishers- to make their best efforts to enforce the above


Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.v. (VdÜ)/Bundessparte Übersetzer im Verband deutscher Schriftsteller in ver.di
Sitzbuchweg 44
69118 Heidelberg
www.literaturuebersetzer.de

Fédération Internationale des Traducteurs / International Federation of Translators
2021, avenue Union, bureau 1108
Montréal (Québec) – H3A 2S9
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http://www.fit-ift.org