Preis der Leipziger Buchmesse 2008 in der Kategorie Übersetzung

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Fritz Vogelgsang

nominiert für Joanot Martorell: Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc

Fritz Vogelgsang

Fritz Vogelgsang wurde 1930 in Stuttgart geboren. Statt in Tübingen zu studieren, zog es ihn nach Madrid, wo er sich täglich in der Biblioteca Nacional einfand. Ende der 50er Jahre reiste er per Schiff nach Japan, um dort seine sprachlichen Grundkenntnisse aufzubessern und sich mit dem No-Theater zu beschäftigen. Nach beruflichen Zwischenstopps in Zeitungsredaktion und Verlag wagte er 1980 den Schritt ins Dasein als freiberuflicher Übersetzer und Essayist. Er wohnt abwechselnd in Markgröningen und Chiva de Morella (Spanien). Bis heute ist er stolz darauf, sämtliche Übersetzungen noch handschriftlich zu verfassen und sie danach abzutippen. Sein Haus kommt ohne Computer, Internetzugang und Faxgerät aus!

Fritz Vogelgsang übersetzte u.a. Teresa von Ávila, Juan Goytisolo, Octavio Paz, Pablo Neruda, Juan Ramón Jiménez und Antonio Machado. Für seine Arbeiten erhielt er 1978 den Literaturpreis der Stadt Stuttgart, 1979 den Wieland-Übersetzerpreis, 1984 den Premio Nacional de Fomento de la Traducción de Autores Espanoles, 1985 den Premi de Literatura Catalana de la Generalitat de Catalunya, 1991 den Johann-Heinrich-Voß-Preis, 1992 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2001 den Wilhelm-Merton-Preis.

Fritz Vogelgsang ist nominiert mit seiner Übersetzung von Joanot Martorells „Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc“. Martorell (1413/15-1468) schickt den Leser mit seinem auf Altkatalanisch verfassten Ritterroman über beinahe 2000 Seiten auf eine abenteuerliche Reise durch England, Konstantinopel und Äthiopien. Mit der hochgelobten Übersetzung des dritten Bandes ist die Kassette nun vervollständigt. »Eine spannendere Schule katalanischer Literatur könnte es kaum geben, einen eleganteren Nachweis übersetzerischer Möglichkeiten auch nicht.« (Martin Zähringer in der FR)

Kostprobe:


Genau zur selben Zeit, da Tirant als Schiffbrüchiger an der Berberküste, bar aller Hoffnungen, mit schmerzenden Beinen in der Weinberghöhle lag, fügte es sich, daß ein edler Mann in die Nähe seiner Zufluchtsstätte kam: ein Ritter von höchstem Ansehen, den der König von Tlemsen als Botschafter zum König von Tunis gesandt hatte, weil er der Beste seiner Mannen war und es keinen gab, dem er mehr vertraut hätte als diesem, der als Generalkapitan die gesamte Streitmacht seines Landes befehligte und von allen Leuten „Emir der Emire“ genannt wurde, „Hauptmann aller Hauptleute“.
Joanot Martorell, Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc, Bd. III, S. 7

 
Foto: Angel Sanchez

Aktualisierung: Am 13. März 2008 wurde Fritz Vogelgsang mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung ausgezeichnet.

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