Preis der Leipziger Buchmesse 2008 in der Kategorie Übersetzung

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Kurt Steinmann

nominiert für Homer: Die Odyssee

Kurt Steinmann

Kurt Steinmann, geboren 1945 in Willisau/Schweiz, unterrichtete nach einem Studium der klassischen Philologie 32 Jahre an einem Gymnasium bei Luzern. Neben seiner Lehrtätigkeit übersetzte er aus dem Griechischen und Lateinischen, vor allem Euripides und Sophokles, aber auch Archilochos, Sappho, Hippokrates, Theophrast, Epiktet, Petronius, Apuleius sowie Petrarca und Erasmus von Rotterdam. Nach seinem Rücktritt vom Schuldienst schuf er eine Neuübersetzung von Homers Odyssee, mit der er für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist. Steinmanns Übersetzungen griechischer Tragödien wurden und werden an verschiedenen deutschsprachigen Theatern inszeniert, u.a. in Stuttgart, München, Kassel und Luzern.

Seine Neuübersetzung der Odyssee, die er mit ausführlichen Anmerkungen versehen hat, lässt das gewaltige Epos lebendig werden und macht es bemerkenswert lesbar: „Steinmanns Übersetzung geht sowohl über Voss als auch über Hampe hinaus. (...) Sie ist so genau wie möglich, so frei wie nötig. Vor allem rhythmisch (...) bietet sie ein bisher unbekanntes Vergnügen“ (Manfred Papst in der NZZ am Sonntag).

Kostprobe aus Homer, Odyssee (Manesse, München, 2007):

Auch den Sisyphos sah ich, wie er unter heftigen Qualen
beidarmig einen riesigen Steinblock zu schieben versuchte.
Ja, wahrhaftig, mit Händen und Füssen dagegen sich stemmend,
stiess er den Block hügelaufwärts; doch wenn er über den Grat ihn
werfen wollte, so drehte das Übergewicht stets zurück ihn,
und von neuem rollte dann talwärts der schamlose Felsblock.
Er aber straffte den Leib und stiess immer wieder zurück ihn;
Schweiss entfloss seinen Gliedern, und über dem Haupte stieg Staub hoch.

(Odyssee 11, 593-600)

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