Preis der Leipziger Buchmesse 2009 in der Kategorie Übersetzung

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Eike Schönfeld

nominiert für Saul Bellow: Humboldts Vermächtnis

Eike Schönfeld

Sein Tag muss mit einer Senior Service beginnen, gefolgt von einem Stück Bitterschokolade. Dann setzt er sich neben seine E-Gitarre (die er überhaupt nicht spielen kann) an den Schreibtisch und übersetzt (was er wiederum sehr gut kann).


Zum Übersetzen kam der promovierte Anglist, der während des Studiums in England als Barmann jobbte, durch einen Zufall - 1982 bewarb er sich ohne jegliche Berufserfahrung für das erste Bertelsmannseminar in Straelen bei Otto Bayer und Irmela Brender. Er durfte teilnehmen und hatte damit seinen Beruf gefunden. In Straelen blieb er denn auch gleich und arbeitete vier Jahre lang am Europäischen Übersetzer-Kollegium.


Eike Schönfeld übersetzte u.a. Jerome Charyn, Jeffrey Eugenides, J.D. Salinger, Martin Amis, Nicholson Baker, Steven Millhauser und Charles Darwin, Briefe von Vladimir Nabokov und Katherine Mansfield, Klassiker wie Joseph Conrad, Oscar Wilde und Henry Fielding. 1997 erhielt er den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung, 2004 den Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis und 2008 das Barthold-Heinrich-Brockes-Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds.


Der Wahlhamburger ist übrigens seit Jahren standhafter Besitzer einer Dauerkarte für den FC St. Pauli. Alle zwei Wochen steht er in der Nordkurve am Millerntor und singt „You’ll never walk alone“ – ein frommer Wunsch für einen Übersetzer. Doch nicht nur Boll und Morike Sako erhöhen seinen Adrenalinspiegel. „Ich finde es noch immer, nach 25 Jahren Übersetzen, aufregend, ein neues Buch anzufangen“, schreibt er. „Ich muss diese Arbeit also mögen!“


Als Kostprobe hier ein Gedichtchen aus Saul Bellows Humboldts Vermächtnis, mit dem er für den Leipziger Übersetzerpreis nominiert wurde:


Wenn die Lieben When the dear
Zerstieben Disappear
Sind noch andre There are others
Geblieben Waiting near

 

Elke Link

 

Aktualisierung: Am 12. März 2009 wurde Eike Schönfeld mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung ausgezeichnet.

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