Preis der Leipziger Buchmesse 2009 in der Kategorie Übersetzung

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Susanne Lange

nominiert für Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote von der Mancha

Susanne Lange

Susanne Lange wurde 1964 in Berlin geboren und lebt bei Barcelona. Sie studierte Komparatistik, Germanistik und Theaterwissenschaften, unterrichtete Literatur und Übersetzen an der Universität Tübingen und an der Universidad de los Andes in Bogotá. Bei ihren Studien stieß sie auf Fernando del Paso, dessen sprachverliebtes Mammutwerk „Palinurus von Mexiko“ sie in Eigeninitiative übersetzte. Der Roman erschien 1992 zum Buchmessenschwerpunkt Mexiko – seither ist Susanne Lange freiberuflich als literarische Übersetzerin, Gutachterin für Verlage und Herausgeberin tätig.


Susanne Lange übersetzte u.a. Juan Villoro, Federico García Lorca, Luis Cernuda, Carmen Laforet, José Manuel Prieto, Octavio Paz und Juan Rulfo. Ausgezeichnet wurde sie u.a. 1994 mit dem Helmut-M.-Braem-Preis, 2005 mit dem Übersetzerpreis der Botschaft von Spanien für „Wirklichkeit und Verlangen“ von Luis Cernuda und 2007 mit dem Hieronymusring der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung für ihre Übertragungen spanischer und lateinamerikanischer Prosa und Lyrik. Für die Arbeit an ihrer Don Quijote-Übersetzung erhielt sie 2003 das Zuger Übersetzerstipendium.


Miguel de Cervantes’ „Don Quijote von der Mancha“ erschien 1605 und 1615 in zwei Bänden und ist in Spanien die Quelle Nummer Eins für idiomatische Ausdrücke, Zitate und Anekdoten. Susanne Lange legte für ihre hochgelobte Übersetzung umfangreiche Sammlungen von Synonymen und Sprichwörtern, Kraftausdrücken (Grobsack, Galgenspeck, Schwindelspind, Meuchelhund) und seltenen Wortschönheiten (verketzert, abbleuen, schwarten, trübetümpelig, hirnbrütig, Schnabelweide, Schlotterkopf) an, um den ihr in fünf Jahren Arbeit liebgewonnenen Ritter samt seinen Begleitern und Kontrahenten im rechten und geistvollen Sprachkleid erscheinen zu lassen.



Kostprobe:


„Ich habe mein Dorf verlassen, habe Weib und Kinder verlassen, um Euch zu dienen, und verdienen wollte ich dabei und nicht verlieren, aber zuviel gepackt zerreißt den Sack, und so sind meine schönen Hoffnungen geplatzt, denn wo ich mir gerade so große auf dieses unselige, vermaledeite Eiland gemacht habe, das Ihr mir so oft versprochen habt, da sehe ich nun, dass Ihr mich zum Lohn und Trost ganz allein an einem so trostlosen Ort zurücklassen wollt. Beim Allmächtigen im Himmel, lieber Herr, begebt mich nicht in dieses Ungemach; und wollt Ihr weiß Gott nicht davon ablassen, Euch in so eine Abentüre zu stürzen, verschiebt sie wenigsten auf den Morgen.“ (I, S. 138)



Yo salí de mi tierra y dejé hijos y mujer por venir a servir a vuestra merced, creyendo valer más y no menos; pero como la cudicia rompe el saco, a mí me ha rasgado mis esperanzas, pues cuando más vivas las tenía de alcanzar aquella negra y malhadada ínsula que tantas veces vuestra merced me ha prometido, veo que en pago y trueco della me quiere ahora dejar en un lugar tan apartado del trato humano. Por un solo Dios, señor mío, que non se me faga tal desaguisado; y ya que del todo no quiera vuestra merced desistir de acometer este fecho, dilátelo a lo menos hasta la mañana.

 


Silke Kleemann

 

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