Preis der Leipziger Buchmesse 2008 in der Kategorie Übersetzung

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Frank Heibert

nominiert für Richard Ford: Die Lage des Landes

Frank Heibert

Frank Heibert, 1960 in Essen geboren, übersetzt seit 25 Jahren namhafte Autoren wie Don DeLillo, Richard Ford, Tobias Wolff, Tristan Egolf, Neil LaBute und Yasmina Reza aus dem Englischen bzw. Französischen. Sein umfangreiches übersetzerisches Werk – etwa 65 Romane/Erzählbände sowie 40 Theaterstücke, auch aus dem Italienischen, Spanischen und Portugiesischen – wurde mit einem Fellowship der Ledig-Rowohlt-Stiftung sowie Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet. Die Leidenschaft für den Beruf packte ihn schon während des Studiums – er studierte Romanistik und Germanistik in Berlin, wo er bis heute lebt, und promovierte über das Wortspiel –, als er beschloss, einen Kurzroman von Marguérite Yourcenar als privates Geschenk ins Deutsche zu übertragen. Und als diese erste Übersetzung später dann dem Herausgeber der Werkausgaben von Boris Vian und Alfred Jarry in die Hände fiel, war Frank Heiberts Übersetzerschicksal gewissermaßen besiegelt. Was ihn jedoch nicht daran hindert, auch als Jazzsänger zu reüssieren und selbst zu schreiben. Sein erster Roman, Kombizangen, erschien 2006 bei Hoffmann und Campe.

Richard Ford, mit dessen Roman Die Lage des Landes Frank Heibert für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist, frönt „hemmungslos seiner Sprachlust“ (Frank Heibert): Der Roman wimmelt von sprachgrenzüberschreitender Syntax, gewagten Neologismen, zahllosen Wortspielen und -spielereien, rechercheintensiven Details und Fachjargons, philosophisch Tiefschürfendem und karikierten Absurditäten. Eine Herausforderung an den Übersetzer, die dieser bravourös meistert.

Zwei kleine Kostproben aus Richard Ford, Die Lage des Landes (Berlin Verlag, Berlin, 2007):

It is another facet in the shining gem of the Permanent Period of life that we try to be what we are in the present – good or not so good – this, so that accepting final credit for ourselves won't be such a shock later on.

Es gehört zu den Facetten des schimmernden Juwels, das ich die Permanenzphase des Lebens nenne, möglichst das zu sein, was wir jetzt gerade sind – ob gut oder weniger gut –, genau das, damit es später, bei der Abschlussbilanz, nicht so ein Schock wird. (S. 45)

She talked in a wide, east Dallas, barrel-racer lingo, just right for barrooms, bronco-buster sex and no bullshit but hers. I loved it.

Sie sprach einen breiten Ost-Dallas-Cowgirl-Slang, genau richtig für Rotlichtbars, Rodeosex und keinen Rhabarber außer ihrem eigenen. Ich war verrückt danach. (S. 450)

 

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