Preis der Leipziger Buchmesse 2008 in der Kategorie Übersetzung

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Elisabeth Edl

nominiert für Stendhal: Die Kartause von Parma

Elisabeth Edl

Elisabeth Edl, geboren 1956 in Leibnitz/Steiermark, hat sowohl ein literaturwissenschaftliches Studium (Germanistik und Romanistik) als auch eine Übersetzer- und Dolmetscherausbildung hinter sich (beides an der Universität Graz). Von 1983 bis 1995 lebte sie in Poitiers (Frankreich) und arbeitete dort als Universitätslektorin, Lehrbeauftragte und Übersetzerin, seitdem lebt sie als literarische Übersetzerin in München. Elisabeth Edl hat große Namen und große Auszeichnungen vorzuweisen – sie übersetzte bereits Simone Weil, Julien Green, den Prix Goncourt-Preisträger Patrick Modiano, Jules Verne und viele andere mehr. Für ihre Übersetzungen wurde sie geehrt mit dem Paul-Celan-Preis (1992), dem Petrarca-Übersetzer-Preis (1994), der Übersetzungsprämie des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (2003, 2004, 2007), dem Hieronymus-Ring (2004), dem Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (2005), dem Österreichischen Staatspreis (2006) sowie mit dem Literaturstipendium der Stadt München (2007).

Nominiert ist sie mit ihrer Übersetzung von Stendhals „Die Kartause von Parma“. Sie selbst schreibt dazu: „Die besonderen Schwierigkeiten beim Übersetzen von Stendhal liegen in den Eigenheiten seines Stils: Kürze, Knappheit, Pointiertheit, Ironie, Trockenheit, Klarheit - ein Stil, der uns heute nahe ist, seine Zeitgenossen aber verstörte. Dafür wollte ich ein Deutsch finden, wie man es auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hätte schreiben können.“

Kostprobe:

Une cour, c'est ridicule, disait la comtesse à la marquise, mais c'est amusant; c'est un jeu qui intéresse, mais dont il faut accepter les règles. Qui s'est jamais avisé de se récrier contre les règles du whist? Et pourtant une fois qu'on s'est accoutumé aux règles, il est agréable de faire l'adversaire chlemm.

Ein Hof ist etwas Lächerliches, sagte die Gräfin zur Marchesa, aber etwas Amüsantes; er ist ein reizvolles Spiel, dessen Regeln man sich unterwerfen muß. Wem ist es je eingefallen, gegen die Lächerlichkeit der Whist-Regeln aufzubegehren? Und doch, wenn man sich an die Regeln einmal gewöhnt hat, ist es angenehm, den Gegner mit einem Schlemm zu besiegen.

(Stendhal: Die Kartause von Parma, 6. Kapitel)

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