Variante A: Vertragsanpassung wegen unangemessener Vergütung (nach § 32 UrhG)

An den Verlag
(direkt, nicht etwa Lektor/in)
per Einwurfeinschreiben oder per Telefax (falls das Gerät eine Quittung druckt)

Betrifft: Meine Übersetzung(en) von [Titel], Vertrag vom [Datum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie wissen, hat der BGH mit seinen Urteilen vom 7. Oktober 2009 über fünf Anpassungsklagen von Übersetzern entschieden und dabei Richtwerte für eine angemessene Vergütung festgelegt, die für alle Übersetzungen eines literarischen Werks gelten.

Laut unserem Vertrag zur Übersetzung von [Titel] ist bisher keine oder eine unangemessen niedrige Vergütung für die Einräumung der Nutzungsrechte und die Nutzung des Werks vorgesehen. Außerdem sind Nebenrechte eingeräumt, an deren Verwertung ich nicht/nicht angemessen beteiligt bin.

Daher bitte ich Sie um eine Anpassung unseres Übersetzungsvertrags vom [Datum] bei der Absatzbeteiligung und bei der Beteiligung an den Nebenrechten. Falls Sie eine solche Anpassung jetzt nicht vornehmen, sondern den rechtskräftigen Abschluss der o. g. Verfahren abwarten wollen (die Verfahren sind zur endgültigen Entscheidung an die Oberlandesgerichte zurückverwiesen worden), bitte ich Sie um eine rechtsverbindliche Erklärung auf den Verzicht der Einrede der Verjährung bis zu einem Zeitpunkt von 3 Monaten nach rechtskräftigem Abschluss der vom BGH am 7. 10. 2009 entschiedenen Verfahren oder von 3 Monaten nach Inkrafttreten einer gemeinsamen Vergütungsregel für literarische Übersetzungen.

Für eine Antwort - Angebot auf Vertragsanpassung gemäß BGH-Urteil oder Verzicht auf Einrede der Verjährung - bis spätestens [Datum einsetzen: Frist eine Woche] hier eingehend wäre ich dankbar. Sollte mir bis dahin keine positive Reaktion vorliegen, so müsste ich die Angelegenheit zur Wahrung meiner Ansprüche zwecks gerichtlicher Geltendmachung an meine Rechtsvertretung abgeben.

Mit freundlichen Grüßen

 


Variante B: Vertragsanpassung wegen auffälligem Missverhältnis (nach § 32a UrhG)

An den Verlag
(direkt, nicht etwa Lektor/in)
per Einwurfeinschreiben oder per Telefax (falls das Gerät eine Quittung druckt)

Betrifft: Meine Übersetzung(en) von [Titel], Vertrag vom [Datum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie wissen, hat der BGH mit seinen Urteilen vom 7. Oktober 2009 über fünf Anpassungsklagen von Übersetzern entschieden und dabei Richtwerte für eine angemessene Vergütung festgelegt, die für alle Übersetzungen eines literarischen Werks gelten. Bestätigt hat sich damit auch die bisherige Rechtsprechung in Bezug auf die Regelungen nach § 32 a (alt: § 36 UrhG), dem sog. Bestsellerparagraphen.

Nach der vertragsgemäßen Vergütung der Übersetzung von [Titel] besteht meines Erachtens ein auffälliges Missverhältnis zwischen der bisherigen Vergütung für die Einräumung der Nutzungsrechte sowie der Nutzung des Werks und dem inzwischen realisierten Verkaufserfolg.

Daher bitte ich Sie, mir ein Angebot für eine Anpassung unseres Übersetzungsvertrags vom [Datum] bei der Absatzbeteiligung und bei der Beteiligung an den Nebenrechten zu unterbreiten. Falls Sie eine solche Anpassung jetzt nicht vornehmen, sondern den rechtskräftigen Abschluss der o. g. Verfahren abwarten wollen (die Verfahren sind zur endgültigen Entscheidung an die Oberlandesgerichte zurückverwiesen worden), bitte ich Sie um eine rechtsverbindliche Erklärung auf den Verzicht der Einrede der Verjährung bis zu einem Zeitpunkt von 3 Monaten nach rechtskräftigem Abschluss der vom BGH am 7. 10. 2009 entschiedenen Verfahren oder von 3 Monaten nach Inkrafttreten einer gemeinsamen Vergütungsregel für literarische Übersetzungen.

Für eine Antwort - Angebot auf Vertragsanpassung gemäß BGH-Urteil oder Verzicht auf Einrede der Verjährung - bis spätestens [Datum einsetzen: Frist eine Woche] hier eingehend wäre ich dankbar. Sollte mir bis dahin keine positive Reaktion vorliegen, so müsste ich die Angelegenheit zur Wahrung meiner Ansprüche zwecks gerichtlicher Geltendmachung an meine Rechtsvertretung abgeben.

Mit freundlichen Grüßen